: Hilferuf an Westchefs
■ DDR-Unternehmerpräsident: Binnenmarkt zusammengebrochen
Aachen (dpa) - Das düstere Bild einer kurz vor dem Kollaps stehenden Wirtschaft zeichnete der Präsident des Unternehmerverbandes der DDR, Rudolf Stadermann, am Donnerstag abend vor Unternehmerkollegen in Aachen: Der Inlandsmarkt sei bereits zusammengebrochen, der Export stark rückläufig.
In Erwartung einer Währungsunion zum Umtauschkurs von 1:1 herrsche allgemeine Kaufzurückhaltung. Die Großhandelslager seien voll, drei Millionen Menschen von Arbeitslosigkeit bedroht. Vor diesem Hintergrund richtete der Unternehmerpräsident einen eindringlichen Hilferuf an die westdeutschen Unternehmer, sich umgehend in der DDR zu engagieren.
In Frankreich, Schottland, Schweden, Dänemark und in der Schweiz laufe die Werbung für ein Engagement in der DDR bereits mit großem Erfolg. Die Schweiz sei derzeit dabei, „Sachsen und Thüringen zu besetzen“. Der Verbandspräsident rechnet mit enormen Preissteigerungen. Allein die Immobilienpreise seien seit dem 10. März um über 40 Prozent in die Höhe geschnellt.
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