■ Heute vor fünf Jahren: Sturz vom Sockel
Unter dem Beifall Tausender ZuschauerInnen wird in Warschau Felix Dserschinski, der Gründer der sowjetischen Geheimpolizei „Tscheka“, vom Sockel gestürzt. Das Denkmal sollte eigentlich ins Museum, zerbrach aber am Kranhaken... In der DDR-Volkskammer wird Hans Modrow als neuer Regierungschef vereidigt. Er kündigt umfassende Reformen in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft an. Tags zuvor haben in Erfurt, Gera und Rostock wieder mehrere 10.000 BürgerInnen für die „Fortführung der demokratischen Erneuerung“ demonstriert. Die Akademie der Wissenschaft nimmt den Philosophen Ernst Bloch und den Chemiker Robert Havemann wieder in ihren Kreis auf. Beide waren in den 50er respektive 60er Jahren von der Mitgliederliste gestrichen worden.
Die tschechoslowakische Regierung stellt ihren BürgerInnen Reisefreiheit in Aussicht. Das sowjetische Parlament beschließt, den Völkerschaften, die unter Stalin verschleppt wurden, ihre vollen Rechte wiederzugeben. Das Recht, daß die Deportierten wieder in ihre Heimat zurückkehren dürfen, wie es einige Abgeordnete fordern, wird jedoch nicht in den Parlamentstext aufgenommen.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen