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Henk Visch

Der niederländische Bildhauer Henk Visch vertrat sein Land 1988 auf der Biennale. Seine Skulpturen sind realistisches Abbild, konstruktivistisches Objekt, ready-made und mytho -poetische Paraphrase. Auf der Suche, Henk Visch, das Chamäleon, zu fassen, machen seine Interpreten Ausflüge in die Philosophiegeschichte von Aristoteles über die Hochscholastik bis zur Phänomenologie a la Husserl oder Merleau-Ponty. Sie bemühen das Bibelgleichnis vom verlorenen Sohn, Dantes „Göttliche Komödie“'Samuel Beckett, James Joyce. Henk Visch ist jede Auslegung recht. Er versteht seine Skulpturen als Kelche, die sich nach dem Willen des Künstlers möglichst harmonisch im Raum entfalten. Und sie sollen Behältnisse sein, in die der Betrachter projiziert, was ihm auf der Seele liegt.

Im ersten Raum steht ein riesiger, leuchtend schwarz lackierter Eisenkörper zu geometrischen Facetten verschliffen vor einem winzigen und fragilen, bandagierten Holztier: Ein gut gemeinter Kommentar zur perfektionistisch monomanischen Technikkultur und zu einer auf den Hund gekommenen Kultur. Die konzentrierte Kavalkade seiner Schlittschuhläufer dagegen tritt in irritierend schöne Opposition zu dem Raum, in dem sie ihre Künste probt.

Obwohl Henk Visch die hannoversche Ausstellung sechs Monate lang vorbereitet und zwei Drittel der Objekte für die Räume des Kunstvereins neu konzipiert hat, bildet doch vieles keine zwingende Raum-Objekt-Einheit. In Raum 4 steht ein Ensemble von acht Skulpturen, disparat in Material und Form, eher beliebig nebeneinander. So hat man bei der Promade durch den Kunstverein den Eindruck, daß das Programm auf labilen Füßen steht wie viele Skulpturen von Viss, die, kaum den Boden berührend, eher kopflastig den Raum erobern wollen.Michael Stoeber

Kunstverein Hannover, bis zum 16.April, Katalog 32 DM

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