: Hello Misirlou!
Dick Dale, Gitarrenkönig aller Surfbrettschwinger, hält Hof im Wild At Heart
„Amerika“, seufzte hingebungsvoll der Geheimrat Goethe, „du hast es besser / als unser Kontinent, der alte / hast keine verfallenen Schlösser“, keine verknöcherten Adelsgeschlechter ... und deswegen hat man sich dort seine Könige einfach aus dem Volk erwählt. Weil ein bisserl monarchisch will man’s doch haben. Während der König aller Klassen Elvis ohne weitere Klärung der Erbschaftsfolge in seinem Kyffhäuser Graceland auf die Wiederkehr wartet, ist im Herrschaftsgebiet Surf die Sachlage noch klar: Hier trägt Dick Dale die Kron’. Absolute Respektsperson für alle Surfbrettschwinger, auch wenn die Beach Boys auf diesem musikalischen Sandhaufen eine ganze Menge mehr an Geld gescheffelt haben mögen. Dass dann aber Quentin Tarantino die Dale-Version von „Misirlou“ als Schwungrad für seinen Film „Pulp Fiction“ ausgegraben hat, gab der Karriere des Surf-Pioniers noch einmal einen tüchtigen Tritt (und etwas an Tantiemen für die Rentenkasse). Am morgigen Mittwoch hält Dick Dale Audienz im Wild At Heart. Man nähere sich der Majestät mit entsprechender Ehrfurcht: Also bitte sehr etwas Begeisterung. Und keinesfalls das Tanzen vergessen.
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