Hellersdorfer Kulturmacher im Interview: „Die Menschen sind ja nicht anders hier“

Fred Schöner macht seit über dreißig Jahren Kultur am östlichen Berliner Stadtrand. Kultur für alle und von allen ist bis heute sein Prinzip.

Fred Schöner hat kurzes graues Haar und einen kurz geschnittenen grauen Bart. Er trägt ein leuchtend blaues Leinenhemd mit kurzen Ärmeln und steht im schattigen Garten der Hellersdorfer Kultureinrichtung "Kiste".

Fred Schöner im Garten der „Kiste“ in Berlin-Hellersdorf Foto: Christian Thiel

taz: Herr Schöner, wir sind hier mitten in der Hellersdorfer Platte, unweit der Stadtgrenze. Für viele Innenstädter ein sehr fernes Stück Berlin.

Fred Schöner: Den Namen Kaulsdorf-­Nord, wo wir uns befinden, haben manche sicher noch nie gehört. Hellersdorf ist ja nicht gleich Hellersdorf. Es gibt im Bezirk ein krasses Nord-Süd-Gefälle, quasi umgekehrt wie in ­Europa.

Wie meinen Sie das?

Zum einen gibt es das Plattenbaugebiet in Kaulsdorf-Nord, zum anderen das Siedlungsgebiet in Biesdorf und Kaulsdorf-Süd mit lauter Einfamilien­häusern. Die Einwohnerstrukturen innerhalb von Hellersdorf unterscheiden sich sehr stark.

Hellersdorf ist ein sehr grüner Bezirk, aber auch ein ziemlich kulturloser. So denkt vermutlich der gemeine Innenstadtbewohner, von Zehlendorfern nicht zu reden.

Ja, das Image hängt uns beständig an.

Ärgert Sie das oder ist es Ihnen egal?

Es ärgert mich schon.

Der Mensch Fred Schöner, Jahrgang 1960, stammt aus der thüringischen Kleinstadt Mühlhausen, hat in der DDR Kultur studiert, 1987 wurde er Klubleiter im Berliner Neunbaubezirk Hellersdorf. Die „Kiste“ hat sich seit seitdem einen außerordentlichen Ruf erworben. Hier fanden Filmabende mit Andreas Dresen statt, Punkkonzerte, Lesungen und Ausstellungen. Nebenbei hat Fred Schöner das populäre Hellersdorfer „Balkonkino“ erfunden, rund 25 Jahre vor Corona.

Der Job Fred Schöner ist Geschäftsführer des 1990 gegründeten Steinstatt e. V., der das soziokulturelle Projekt „Kiste“ betreibt, sowie der gemeinnützigen „DerArt“ gGmbH, die seit 1997 kulturelle Gemeinwesenarbeit ermöglicht und eine Teilfinanzierung durch das Kulturamt Marzahn-Hellersdorf erhält. Eine Art Sommerresidenz der „Kiste“ ist die Biesdorfer Parkbühne.

Warum?

Der Bezirk hat in seiner jungen Geschichte viele Umbrüche erlebt. Es gab einen Austausch der Bevölkerung, aber es gibt trotzdem die gleichen kulturellen Wünsche wie in anderen Teilen der Stadt. Die Menschen sind ja auch nicht grundsätzlich anders hier, auch wenn viele Innenstädter vielleicht denken, in Hellersdorf laufen nur Leute mit Jogginghosen rum. Die laufen auch in Mitte rum, nur fallen sie da weniger auf, weil da auch sehr viele Touristen rumlaufen. Okay, momentan nicht so.

Seit Corona wird zunehmend die Frage aufgeworfen: War’s das mit der Klubkultur- und Partymetropole Berlin? Plötzlich geht’s den berühmten Clubs in der Innenstadt wie dem Klub „Kiste“ in Hellersdorf: Überlebenskampf ist angesagt.

Den kennen wir als Betreiber der „Kiste“ seit Langem. Seit diesem Jahr bekommen wir mehr Zuschüsse vom Bezirk, aber wir müssen immer noch zwei Drittel der nötigen Einnahmen selbst erwirtschaften, damit sich das Ganze rechnet. Jetzt zu Coronazeiten ist es natürlich besonders schwierig. Ich habe ein paarmal überlegt, hinzuschmeißen. Aber wir haben von Hellersdorfer Bürgern insgesamt 10.000 Euro an Spenden erhalten, damit es weitergeht, in der „Kiste“ oder auf der von uns ebenfalls betriebenen Parkbühne Biesdorf. Deshalb gibt es dort wieder Konzerte und Filme, obwohl es sich eigentlich nicht rechnet.

Die Krise ist für Sie als Kulturmacher in Hellersdorf existenziell?

Definitiv. Man spürt schon den Treibsand unter den Füßen. Es macht zwar Spaß, Lösungen zu finden, wo es eigentlich keine gibt, aber es nervt auch. Ich habe auch manchmal den Eindruck, dass nicht wahrgenommen wird, wie wichtig unsere Arbeit hier eigentlich für den Bezirk ist.

Im Kino in der „Kiste“ laufen schon morgens um 9 Uhr Filme. Wer geht da eigentlich hin?

Senioren. Diese Gruppe wollte ich in Coronazeiten am schnellsten erreichen, weil die am meisten an Einsamkeit leidet. Die Alten mussten einfach wieder aus ihren Wohnungen raus. Okay, „Berlin Alexanderplatz“ ist ein Dreistundenfilm, aber es gibt auch gleich Frühstück dazu.

Sie machen seit über dreißig Jahren Kulturangebote für die Hellersdorfer. Was hat Sie überhaupt hierher verschlagen?

Ich stamme aus der thüringischen Kleinstadt Mühlhausen. Dass ich mal nach Berlin gehen würde, stand nie auf meinem Zettel. Und auch mein Weg zur Kultur verlief etwas umständlich. Weil mein Vater in der DDR Selbstständiger war, konnte ich ebenso wie meine Geschwister kein Abi machen. Ich wollte dann Chemielaborant werden, bin aber als Agrochemiker in der Landwirtschaft gelandet. Erst in meiner Armeezeit in Peenemünde bin ich zufällig mit Kultur in Berührung gekommen. Ich habe dort Filmvorführer gelernt und für die Matrosen unter anderem kulturelle Freizeitveranstaltungen organisiert, zum Beispiel Vorträge über die Neue Deutsche Welle oder die Westband Spliff. Das fanden die Ma­tro­sen natürlich gut, weil es mal was anderes war als die sonstigen Kulturangebote. Mir hat es wahnsinnig Spaß gemacht, den Leuten etwas bieten zu können, was denen gefiel, aber eigentlich nicht ganz auf Linie lag. Da ich nicht in der SED war, gab es deswegen etwas Ärger, aber die Matrosen haben sich für mich eingesetzt.

Sie haben Ihr Talent als Kulturmacher ausgerechnet bei der Armee entdeckt?

Kann man so sagen. Deshalb habe ich danach auch gleich zugegriffen, als ich erfuhr, dass man Kultur studieren und zum Klubleiter ausgebildet werden kann. Nach dem Studium habe ich in Mühlhausen zunächst ein Jahr das Gewerkschaftshaus geführt und schon dort Angebote für die unterschiedlichsten Klientelen gemacht. Von Disco bis zum Filmklub für die Kinofans. Nicht alles kam gut an. Als ich bei einer FDJ-Feier einen Homosexuellen auftreten ließ, musste ich sie abbrechen, weil das unerwünscht war.

Deshalb zog es Sie nach Ostberlin, wo es nicht ganz so piefig zuging?

Berlin war für die jungen Leute aus der ganzen DDR reizvoll, weil es dort ein Überangebot an Kultur gab. Bei mir war das allerdings nicht der Grund. Dass ich immer neue Ideen ausheckte und ein sehr breites Spektrum von Interessen bediente, fanden einige Leute wohl eher zu viel des Guten. Irgendwann bekam ich Probleme als Kulturhausleiter, woraufhin ich gekündigt habe und nach Berlin ging. Als meine Freundin auch dort hinkam und in Hellersdorf eine Wohnung erhielt, bin ich mit ihr zusammengezogen. Ab 1987 habe ich in einem Klub in Mahlsdorf gearbeitet und auch an Theaterprojekten. Das machte viel Spaß, andererseits verflog schnell meine Hochachtung vor den Berlinern.

Warum?

In Berlin gab es vielleicht weniger spießige Kulturfunktionäre als in den DDR-Kleinstädten, aber viele Berliner produzierten auch eine Menge heiße Luft, konnten keine Lösungsvorschläge anbieten.

Sie wollten keine heiße Luft produzieren?

Nein, ich wollte etwas auf die Beine stellen, was die Leute wirklich interessiert. Als Programmgestalter im Kreiskulturhaus Hellersdorf konnte ich das dann auch.

Was war ein Kreiskulturhaus?

Solche Kulturhäuser gab es in allen Kreisen der DDR. In Hellersdorf existierte es zwar als Einrichtung, aber nicht als festes Gebäude mit eigenen Räumen. Es gab lediglich vier Klubgaststätten im ganzen Neubaugebiet, im Volksmund Würfel genannt. Diese Klubgaststätten hatte ich mit Kultur zu füllen. Ich organisierte monatliche Veranstaltungsreihen, unter anderem mit Beatmusik, mit Modenschauen, auch mit Countrymusik, die in Mahlsdorf eine interessante Szene hatte. Mitte der achtziger Jahre sind ja in der DDR viele junge Leute sehr kreativ geworden. Das lief super, was natürlich auch am Publikum lag.

Inwiefern?

Hellersdorf war Ende der achtziger Jahre der jüngste Stadtbezirk, das Durchschnittsalter der Bewohner betrug 27 Jahre. Unter ihnen waren besonders viele Absolventen, die nach dem Studium aus der ganzen DDR hierherkamen, weil sie eine Wohnung in Berlin brauchten. Diese jungen Leute hatten viel Grips im Kopf und ein enormes Verlangen nach Kultur, das man auf die unterschiedlichste Weise befriedigen konnte. 1988 haben wir eigenständig den Filmklub Hellersdorf gegründet. Im April 1989 zog er in den neuen Klub „Kiste“, den wir allerdings nicht so nennen durften – sondern Jugendklub Heidenauer Straße –, weil man die Bezeichnung „Kiste“ als abfälliges Wort für Plattenbau wertete. Da es damals kaum jugendliche Schüler im direkten Umfeld unseres Klubs gab, wurde es übrigens ein Klub für die Mittzwanziger. Zur Eröffnung spielte Gerhard Gundermann.

Neun rote Stühle stehen in Dreierreihen hintereinander im kleinen Kino der Kultureinrichtung "Kiste", dessen Wände gelb gestrichen sind.

Das Kino in der „Kiste“ Foto: Christian Thiel

Jener Gundermann, dessen widersprüchliches Leben von Regisseur Andreas Dresen 2018 verfilmt wurde?

Genau. Dresen war in der „Kiste“ auch mal als junger Filmemacher zu Gast, er hat im Filmklub seine Studentenfilme gezeigt. Wir hatten damals hin und wieder auch Filme im Programm, die eigentlich nicht erlaubt waren, beispielsweise einen ungarischen Lesbenfilm. Bei uns gab es auch einen Sigmund-Freud-Freundeskreis oder Konzerte von avantgardistischen Bands wie AG Geige. Die junge Generation der Hellersdorfer wollte abends nicht nur zur Hause vor der Glotze sitzen und abschalten, sondern weggehen und dabei auch anspruchsvolle Sachen erleben. Die unterschiedlichsten Anregungen und Ideen empfand ich als echte Inspiration.

Wie hat sich Ihr Job mit der Wende verändert?

Ich war schon kurz zuvor arbeitslos geworden. Im August 1989 hat man mich als Programmgestalter der „Kiste“ abgesägt. Warum genau, weiß ich nicht. Ich vermute, dass meine Programme teilweise nicht konform genug waren. Im Freizeitforum Marzahn bekam ich danach einen neuen Job, der jedoch nicht lange dauerte. Als ich erlebte, wie wenig Eigeninitiative erwünscht war, bin ich aus dem öffentlichen Dienst ausgeschieden. Im September 1990 habe ich mir ein paar Mitstreiter gesucht, mit denen ich den Steinstatt e. V. gründete, um die kulturelle Wüste im Stadtbezirk zu beleben. Außerdem haben wir beim Arbeitsamt das soziokulturelle ABM-Projekt „Kiste“ gestartet, um innerhalb eines Hauses Angebote für verschiedene Altersgruppen und mit verschiedenen Inhalten bereitzustellen, getreu dem Anspruch: Kultur für alle und von allen.

„Das Balkonkino wurde so ein Erfolg, dass wir es 1997 sogar nach Moskau exportieren durften“

Berlinweiten Ruhm erlangte das Hellersdorfer Balkonkino, als dessen Erfinder Sie gelten.

1991/92 hatten wir mit dem Open-Air-Kino in einem Neubautenhinterhof begonnen. Das kam so gut an, dass die Wohnungsbaugesellschaft die Idee 1994 übernahm und wir für sie da­raus das Balkonkino machten. Auf einem Platz zwischen den Häusern haben wir eine große Leinwand aufgestellt und davor Liegestühle für die Zuschauer. Etliche guckten zudem wirklich von ihren Balkonen. Als Premierenfilm lief die Komödie „Der bewegte Mann“. Das Balkonkino wurde so ein Erfolg, dass wir es 1997 sogar nach Moskau exportieren durften.

Nach Moskau?

Zur 850-Jahr-Feier der Stadt hat der Senat das Hellersdorfer Balkonkino, übrigens gemeinsam mit der Band Die Einstürzenden Neubauten, nach Russland verfrachtet. Wir sind mit einem Lkw in ein Moskauer Neubaugebiet gefahren, um dort einen Film zu zeigen. Leider wurde die Vorführung etwas dröge, weil das Goethe-Institut nicht meinem Vorschlag „Der bewegte Mann“ folgte, sondern unbedingt Werner Herzogs Dreistundenfilm „Herz aus Glas“ zeigen wollte.

Immerhin hatten Sie bewiesen, dass innovative Kulturprojekte nicht nur in Kreuzberg und Mitte entstehen, sondern auch in Hellersdorf!?

Du hast ja nur zwei Möglichkeiten: Entweder du hast viel Geld und planst richtig große Events, oder du versuchst, Neues zu erfinden. Oder mit Geschick interessante Leute ranzuholen. In den Neunzigern hatten wir Rio Reiser und Stefan Heim zu Lesungen in der „Kiste“.

Warum ist es für Sie wichtig, den Spagat zwischen Anspruch und Volksvergnügen hinzukriegen?

Mein Vater hat früher als Selbstständiger Kitschbilder verkauft, von röhrenden Hirschen am Waldsee und so. Wenn ich den Leuten etwas anbiete, soll es die einerseits unterhalten, aber auch einen gewissen Mehrwert bieten. Man soll sagen: Das war sehr schön, hat aber auch zum Nachdenken angeregt.

Ist der Anspruch „Kultur für alle und von allen“ angesichts der veränderten Einwohnerstruktur von Hellersdorf überhaupt noch umzusetzen?

Wir machen immer noch Angebote für die Altersgruppe von 4 bis 80. Lange haben wir es geschafft, ein sehr gemischtes Publikum zu erreichen, Leute, die sich sonst nie begegnen. Das wird immer schwieriger.

Die Parkbühne Biesdorf gehört ebenfalls zu den Hellersdorfer Kulturleuchttürmen, die der Verein Steinstatt e. V. betreibt. Sie ist ein Hotspot für Coverbands. Steckt dahinter ein Konzept oder Geldnot?

Beides. Du musst das Publikum da abholen, wo es ist. Unser Publikum ist Mitte bis Ende fünfzig, die sind mit Led Zeppelin und den Stones groß geworden, deshalb hören sie sich diese Musik gern auch von einer Coverband an. Und natürlich hat das Konzertangebot in der Parkbühne mit ihren nur 800 Plätzen auch damit zu tun, dass wir nicht die großen Bands herholen können. Wobei wir schon einige bekannte Namen hier hatten: Melanie, Albert Hammond, UFO. Zu denen kamen selbst Leute aus Zehlendorf, Thüringen und Bayern angereist.

„Ich merke bei Ideen aus dem Senat oft, dass Leute etwas für den Bezirk konzipieren, die sich hier nicht auskennen“

Als die Berlin-Besucher vor Corona die Innenstadt-Hotspots überrannten, kam aus dem Senat die Idee: Touristen an den Stadtrand. Momentan ist das natürlich obsolet. Aber was halten Sie generell davon?

Ich merke bei Ideen aus dem Senat oft, dass Leute etwas für den Bezirk konzipieren, die sich hier nicht auskennen. Das klingt sicher anmaßend, wenn man sagt, dass man hier draußen wohnen sollte, um zu wissen, was hier passiert. Trotzdem, man braucht schon ein gewisses Gespür für die Leute und die Situation hier. Nach meiner Meinung ist es ein zentrales Problem in Berlin, dass sich die Bezirke zu sehr nach dem Senat ausrichten. Dadurch werden die lokalen Besonderheiten zu wenig beachtet.

Haben Sie ein Beispiel?

Die Einbeziehung der Hellersdorfer in die Konzeption der Gärten der Welt, die zur Internationalen Gartenausstellung 2017 errichtet wurden, war äußert bescheiden. Der Park selbst ist ein großer Gewinn für Hellersdorf, aber es hätte mehr daraus gemacht werden können. Ich weiß von woanders, dass zu solchen Gartenschauen gern Leute mit Wohnmobilen anreisen. Der Platz für einen Wohnmobilstellplatz war damals vorhanden. Oder das Bühnenprogramm. Wir sind auch nicht gefragt worden, welche Künstler während der IGA dort auftreten könnten.

Wen hätten Sie gern auftreten lassen?

Die Seilschaft vielleicht. Das ist eine hervorragende Band, die seit Jahren mit Gundermann-Songs auftritt. Auch eine Band wie Kraftklub, die vom Aufwachsen in der Platte in Chemnitz sangen, hätte hier sicher gut hingepasst. Ich finde schon, dass zu Hellersdorf nicht so glatte Künstler passen, sondern solche mit einem kleinen Widerhaken.

Was, denken Sie, wünschen sich die Hellersdorfer für Kulturangebote?

Im Prinzip die gleichen wie in der Innenstadt. Interessant finde ich übrigens, dass in einer Stadt wie München viel mehr Kultur am Stadtrand stattfindet.

Um das Lautstärkeproblem aus der City herauszukriegen? Wäre das denn für Hellersdorf eine Chance, die lärmigen Clubs hierherzulocken?

Das glaube ich kaum. Die Leute hier würden sich wohl noch mehr aufregen, weil sie das gar nicht gewöhnt sind.

Hat es Sie nie gereizt, Kultur in der Innenstadt zu machen?

Nach der Wende hatte ich mich in Kreuzberg umgeguckt, wie es da so läuft. Ich fand, das dort die Gruppen und Szenen sehr in sich geschlossen waren. Ich weiß nicht, ob das heute noch so ist, aber für mich bleibt die generelle Frage: Für wen macht man Kultur? Wenn ich das Gefühl habe, man macht es nur für sich selbst, ist das nicht mein Ding. Wenn Kultur als Mittler fungieren soll, muss man die Gruppen aufbrechen. Mich piept es einfach an, wenn sich Szenen abschotten. Deshalb mag ich auch nicht diese bewusst abgehobene Sprache, die ich zum Beispiel in den Galerien von Mitte gehört habe, mit der man Leute bewusst ausgrenzt.

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