Helgoland in Corona-Zeiten: In die Hummerbude darf nur einer

Deutschlands einzige Hochseeinsel ist ein Natur-Hotspot. Seit Mitte Mai darf trotz Corona eine begrenzte Zahl von Touristen wieder auf die Insel.

Möwen über einer Klippe am Meer

Am Lummenfelsen, Helgolands Naturschutzgebiet Foto: Lars Berg/imago

Der schönste Moment der Ankunft in Helgoland ist das „Ausbooten“: Das Fährschiff liegt auf Reede vor der roten Felseninsel, während kleine weiße Nussschalen, die Börteboote, zum Ausstieg tuckern, um die Passagiere abzuholen. Kräftige Männer und Frauen greifen ihnen unter die Arme, heben sie ins schaukelnde Boot und bringen sie durch die spritzende Gischt an Land. „Gibt es ein schöneres Willkommen als eine solche Umarmung?“, fragt Holger Bünning, der Festländer, der Buchautor und seit langem auf der Insel heimisch ist.

Für viele Besucher ist das aufregende Umsteigen auf See ein Höhepunkt der Reise zu Deutschlands einziger Hochseeinsel. Ein Adrenalin-Kick mit Salzbrise. Doch nun ist das Ausbooten mit Umarmungen verboten. Das Fährschiff macht unspektakulär im Südhafen fest. Die „Börte“, wie der Vorgang auf Friesisch heißt, wurde wegen Corona ausgesetzt. „Abstandhalten ist dabei völlig unmöglich“, erklärt Bünning. Er war einer der Initiatoren, die den Weg der 200 Jahre alten Tradition ins immaterielle Welterbe vorbereiteten; 2018 wurde sie von der deutschen Unesco anerkannt.

Allerdings setzt nicht nur die Pandemie der Börte zu. „Immer weniger Schiffe ankern im Meer“, sagt Klaus Köhn, der pensionierte Börtebootkapitän und das vielleicht letzte Helgoländer Original. Von einst 40 seetüchtigen Holzbooten sei die Flotte auf acht geschrumpft. „Von der Börte kann keiner mehr leben“, klagt der wettergegerbte Seebär in der wohnlichen Hummerbude, in der die Fischer früher ihre Netze und Gummistiefel aufbewahrten. Den Lockdown fanden die Köhns aber richtig. „Gestöhnt haben alle“, sagt Lilo Köhn, „aber die Zeit ohne Touristen trotzdem genossen.“

Schuppen zu Stehkneipen

Die an die vierzig zweistöckigen, farbenfrohen Schuppen stehen heute unter Denkmalschutz, sind zum Wohnen oder zu Stehkneipen, Ausstellungen, Läden oder sogar zum Standesamt umgenutzt und sehr begehrt. Der Hafenkante geben sie ein markantes Profil auf der Straße in den Ort, die schnurstracks zu den Geschäften im Lung Wai führt, der Königsstraße von Helgoland.

„Helgoland lag noch im Winterschlaf, als der Lockdown losging“, sagt die Mode-Verkäuferin Dagmar. Anfangs sei das gemütlich gewesen. „Als Ostern kam, kam auch die Existenzangst.“ Der Juwelier Julian Kaufmann blickt etwas ausgeruhter auf die Krise. „Unser Geschäft existiert seit fünfzig Jahren“, sagt er.

Das Unternehmen hat den großen Goldrausch in den 1970er Jahren miterlebt, als mit den „Butterfahrten“ jährlich mehr als 800.000 Touristen zum zollfreien Einkauf von Butter, Tabakwaren und Spirituosen eintrafen. „Wir haben Reserven“, sagt der 31-Jährige erleichtert. Seine große Sorge sei eine zweite Infektionswelle. Die ließe sich nicht so leicht reparieren.

Willkommen zurück! Seit dem 18. Mai findet der Abstand vom Abstand statt – langsam und unter Auflagen. Zuerst durften Urlauber mit Hotelnachweis einreisen, dann auch die Tagestouristen. „Wir hatten uns abgeschottet, weil wir nicht die medizinischen Möglichkeiten haben wie das Festland“, sagt Tourismusdirektor Lars Johannson. Andererseits begünstigt die Insellage, die Einreise zu kontrollieren und – im Notfall – nachzuvollziehen. Befürchtungen, mit den Touristen könnte das Coronavirus einreisen, hält er für unbegründet.

Nur 1.200 Tagesgäste

Johannson vertraut auf die Hygiene-Organisation der Fährschiffe. „Die Kapazität ist derzeit auf 1.200 Tagesgäste begrenzt, so dass der Mindestabstand von anderthalb Metern eingehalten werden kann“, sagt der Tourismuschef. Normalerweise liegt die Auslastung der Schiffe aus Hamburg, Cuxhaven, Büsum und Bremerhaven bei gut 3.000 Passagieren pro Tag. Derzeit kommt also nicht einmal mehr die Hälfte. Eine herbe Einbuße für alle Helgoländer, die direkt oder indirekt vom Tourismus leben. Und das gilt für fast alle der rund 1.500 Einwohner.

Urlaub unterliegt coronabedingt zahlreichen Formalitäten. Die Fährgesellschaft weist dem Fahrgast feste Plätze zu. Koffer müssen aufgegeben, die Hände desinfiziert werden. Auf den Unterdecks herrscht Maskenpflicht, auf dem Sonnendeck geht es auch ohne. Für die Einreise wird ein Meldeschein ausgestellt.

Auch auf dem Shopping-Paradies liegt ein neuer Touch. Abhängig von der Ladengröße dürfen nur zwei bis drei Kunden*innen herein – pro zehn Quadratmeter eine Person. In die Hummerbude darf nur eine. Die Hemmschwelle vorm Eintreten ist groß. Der Spaß am Schauen und Anprobieren verliert sich, wenn sich vor der Tür Warteschlangen bilden, die auf die Abendfähre müssen.

In der Gastronomie und den Hotels stöhnt das Personal unter der Maskenpflicht. „Mein Arbeitsplatz hat sich sehr verändert“, sagt eine Kellnerin, die nicht genannt werden möchte. Eigentlich sucht sie das persönliche Gespräch mit den Gästen, aber die Distanz verhindere das. Am Anfang war es schwer, die Vorschriften umzusetzen. Allmählich käme sie damit zurecht. Helgoland wirkte wie eine Toteninsel. Dabei sei sie eine Gute-Laune-Insel. „Die Gäste kommen nervös an und nach zwei Stunden haben sie ein Smiley im Gesicht“, freut sie sich.

Coronafreie Insel

Einschränkungen wie Essen in Schichten und Plexiglasscheiben zwischen den Tischen nimmt man besonders für die Helgoländer Spezialitäten gern in Kauf. „Wem Hummer zu teuer ist, sollte „Knieper“ probieren, die Scheren des Taschenkrebses“, sagt Sven Köhn, der in fünften Generation Fischer und Börtebootkapitän ist und gern seine eigene Meinung vertritt. „Lockdown ja, aber ohne Kontaktsperre für Helgoländer.“ Schließlich sei die Insel coronafrei gewesen. Natürlich brauche Helgoland den Tourismus. Aber mehr als 1.000 Ankünfte pro Tag hält er in der gegenwärtigen Lage für zu viel.

Vom Image des „Fuselfelsens“ ist Helgoland längst weit entfernt. Heute sind Haupt- und Nebeninsel als Natur-Hotspots in den Fokus gerückt. Wer länger als einen Tag bleibt, hat endlich Zeit, über die ungewöhnliche Landschaft zu staunen:

Den roten Buntsandstein, aus dem der vier Quadratmeter große Felssockel besteht, die Lange Anna, die einsame Felsnadel und Wahrzeichen von Helgoland, die vielen mit friedlichem Gras überwachsenen Krater, die die beiden Weltkriege und die Sprengung der Bunkeranlagen – der „Big Bang“ von 1947 – hinterlassen haben: Laut „Guinness-Buch der Rekorde“ war es die größte nichtnukleare Detonation der Menschheitsgeschichte.

Zum großen Inselschatz gehören die Seevögel, die zwischen den Felsnasen der Steilwände brüten und vom Klippenweg aus gut zu beobachten sind. Der Lummenfelsen ist das kleinste Naturschutzgebiet Schleswig-Holsteins. „Aber mit der höchsten Dichte an Brutvögeln in Deutschland“, sagt Elmar Ballstaedt, der Leiter der Schutzstation Jordsand. Auf einer Fläche von je 10 mal 10 Zentimetern kleben die rund 4.000 Brutplätze der Trottellummen in den Sandsteinschichten. „Das wäre bei uns gerade nicht mehr erlaubt“, scherzt der Ornithologe.

Trottellumme, Tordalk, Basstölpel

Rund 10.000 Brutpaare erzeugen ein pausenloses Geschnarre, Geschreie und Gekreische. Sie gehören zu den Big Five von Helgoland wie die Trottellumme, die für ihre tollkühnen Sprünge ins Meer berühmt sind. Selten ist der Tordalk, am häufigsten die Dreizehenmöwe. Der Eissturmvogel, entfernt mit Albatrossen verwandt, siedelte sich in den 1968 Jahren an. Am auffälligsten ist der Basstölpel, dessen schön gezeichneter Kopf fasziniert und der jüngste Neuzugang ist.

„Nirgendwo kommt man Brutvögeln so nahe wie hier“, sagt Ballstaedt. Abstand ist dennoch geboten. Denn der Basstölpel kann einem mit seinem sägenartigdenen Schnabel die Haut abziehen. Eine große Gefahr und Todesfalle für die Vögel sei der Plastikmüll im Meer, so der Vogelschützer. Das Phänomen am Lummenfelsen erforscht er für ein wissenschaftliches Projekt.

Mit dem Börteboot oder der Dünen-Fähre setzt man in fünfzehn Minuten auf die kleine Nebeninsel über. 1720 brach sie vom roten Felssockel ab, ein Flecken für Einsiedlerkrebse, Leseratten und Ruhesuchende. Rund achtzig Hektar Sand mit Strandhafer, Holunderbüschen, Sanddorn und der pink blühenden Kartoffelrose. Dazu ein Flughafen, ein roter Leuchtturm, der zehn Meter hohe Aussichtspunkt Jonny's Hill, Strandkörbe, Ferienhäuser, ein Campingplatz und zwei einfache Restaurants.

Auf der Düne ist Damaris Buschhaus die Schutzgebietsbetreuerin der Robben und der Möwen-Brutgebiete. Während der Corona-Ruhe haben die Lach-, Herings-, Silber- und Mantelmöwen ihre Nester überall gebaut, auch nah am neuen Panoramaweg. „Jetzt sind sie ständig im Verteidigungsmodus“, sagt Buschhaus.

Einfach und einsam

Die meisten kommen wegen der Badestrände, der Seehunde und Kegelrobben auf die Düne. Denn kaum irgendwo lassen sich die possierlichen Meeressäugern so gut beobachten. „Wir haben hier auch ein Abstandsgebot“, lacht Buschhaus – dreißig Meter. Nicht wegen Corona, sondern weil die Robbe das gefährlichste Wildtier Deutschlands ist und leicht 20 km/h erreicht. „Das schafft kein Mensch im Sand“, sagt die junge Frau aus Lüdenscheid.

Wegen der Einfachheit und der Einsamkeit sind auch Eberhard und Renate Forkel auf der Düne. „So ruhig haben wir sie noch nie erlebt“, sagen die beiden aus Hamburg, die jedes Jahr mindestens eine Woche hier verbringen. Unter ihren Fenstern brüten plötzlich Austernfischer. Die Tierwelt habe sich die Natur zurückgeholt.

Vor dem Urlaub hatten sie darüber nachgedacht, ob sie sich wegen der Ansteckungsgefahr auf die Fähre trauen sollten. Dann waren sie angenehm überrascht, weil die Fähre so leer war. „Wenn das Virus eingeschleppt wird, wäre das für Helgoland ein Drama“, sagt der 72-jährige Arzt. „Wir werden mit der Bedrohung weiter leben müssen.“

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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