piwik no script img

Hausdurchsuchungen in NPD-Zentralen

■ Hetzschriften und Gewehr gefunden

Stuttgart (AP) - Wegen Verdachts der Volksverhetzung hat die Polizei am Donnerstag die Wohnung des NPD-Vorsitzenden Günther Deckert und die Bundesgeschäftsstelle in Stuttgart durchsucht. In Deckerts Garage in Weinheim wurden ein Kleinkalibergewehr und rechtsradikale Druckschriften sichergestellt. Außerdem wurden zehn weitere Objekte im süddeutschen Raum durchsucht. In einer der NPD gehörenden Villa in Eningen bei Reutlingen beschlagnahmte die Polizei 1.600 Flugblätter. Wie die Polizei mitteilte, steht Deckert im Verdacht, verschiedene Ton- und Bildmaterialien mit volksverhetzendem Inhalt auf Bestellung vertrieben zu haben. Die von der Staatsanwaltschaft Mannheim beantragten Durchsuchungen fanden zwischen 06.00 und 11.00 Uhr in Weinheim, Stuttgart sowie bei Kontaktleuten in Viernheim, Bad Hersfeld, Ramstein, Schneeberg, Bad Reichenhall und Johannesberg statt. Dabei seien eine Vielzahl Materialien beschlagnahmt worden. In Deckerts Garage wurde unter anderem ein Kleinkalibergewehr gefunden, für das er keinen Waffenschein besitzen soll. Außerdem seien Hitlers „Mein Kampf“ und der Report des Amerikaners Fred Leuchter sichergestellt worden, in dem die Existenz von Gaskammern in Auschwitz geleugnet wird.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen