■ Hasch: Richterschelte-Schelte
Kiel (dpa) – Im Streit um das jüngste Haschisch-Urteil des Lübecker Landgerichts hat das Kieler Justizministerium die beiden verantwortlichen Richter in Schutz genommen. Justizstaatssekretär Stefan Pelny wies gestern die Kritik des Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Eduard Lintner (CSU), als „Angriff auf die richterliche Unabhängigkeit“ zurück. Lintner hatte am Wochenende das Ministerium zu einem „ernsthaften Gespräch“ mit den Richtern Hartmut Schneider und Wolfgang Neskovic aufgefordert und die Juristen verdächtigt, die Justiz mit ihren Haschisch-Urteilen „als eine Art Pressure-Group zu mißbrauchen“. Nach den Worten von Pelny stellte Lintner damit die im Grundgesetz verankerte Gewaltenteilung in Frage. In der vergangenen Woche war eine Lübecker Gerichtsentscheidung bekannt geworden, die den Grenzwert für eine „nicht geringe Menge“ Haschisch auf bis zu vier Kilogramm ausdehnt.
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 360 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen