: Harry von Nazareth
Neue Ranwanzaktion der Christen in Lübeck
Inzwischen haben Pastoren und Pfarrer keine Schnitte mehr gegen Hexen und Zauberer der Popkultur, weil das Christentum nichts vergleichbar Populäres mehr hervorbringt. Hat doch die Story vom hippen Gekreuzigten, der wieder aufersteht, einen 2.000 Jahre alten Bart. Deshalb wanzen sich die Schwarzröcke verzweifelt an die erfolgreichsten Phänomene der Massenkultur an, deren helles Licht einen kleinen Abglanz auf sie werfen soll. „Der Lübecker Dom wird zur Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei“, meldete epd am Mittwoch. „Magie und Glaube, Theater und Bibel, Fantasie und Lebensfragen treffen in der Inszenierung ‚Lumos! Ein Licht der Hoffnung‘ aufeinander“, fantert sich der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg zusammen. „Die Geschichten stecken voller christlicher Symbole“, heißt es. War Hexerei und Zauberei nicht mal Aberglaube, also das Gegenteil von Glaube? Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, dass den Jüngern Harry Potters scheißegal ist, ob der Zauberstabträger oder der Nagelkreuzträger der bessere Quidditch-Spieler ist. Wenn das so weitergeht, reitet Jesus von Nazareth irgendwann auf einem Besen in Jerusalem ein.
Gemeinsam für freie Presse
Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen