: Hamburg erstickt nicht...
■ ..an überflüssigem Büroraum / Mieten stagnieren / "Leerstand ist gesund"
/ Mieten stagnieren / »Leerstand ist gesund«
Kehrtmarsch und „zurück zur Normalität“. Beruhigendes wollte Michael Fritz, Geschäftsführer von Jones Lang Wooton (International Immobilien-Consultants) gestern zur Lage des Hamburger Gewerbe- Immobilienmarkts mitteilen. Aber das Gefühl „alles wird gut“ mochte sich trotz der Ausblicke nicht einstellen. Denn die Normalität für die nächsten Jahre stellt sich derart dar: Jede Menge Büro-Klötze und Mieten, die in City-Lage immer noch bis zu 50 Mark pro Quadratmeter erzielen.
Eine deutliche Reduzierung der Expansionslust wg. Rezession, so Fritz, bekäme auch die Hansestadt in diesem Jahr zu spüren. Doch: „Kein Grund für dramatische Schwarzmalereien!“ Denn: Vom Ende der Marktüberhitzung profitierten schließlich die Mieter. So seien in den Boom-Jahren 1991 und ‘92 noch Spitzenmieten von 55 Mark pro Quadratmeter gezahlt worden, jetzt pendelten sich die Preise in der City bei 40 bis 50 Mark ein. Hamburg als eindeutiger Mietermarkt? So sieht es jedenfalls Michael Fritz.
Auf diesem Markt erzielen Spitzenobjekte heute prächtige Preise: So das Chilehaus mit 50 Mark pro Quadratmeter und das Zürich-Haus mit 48 Mark. Auch in der City-Süd streichen Vermieter noch satte Sümmchen ein - hier kassieren sie bis zu 32 Mark. Zum Ladenhüter drohen jedoch die Büros auf der Fleetinsel zu werden. Sie stehen noch immer weitestgehend leer.
Ein Fakt, der keiner sein dürfte. Denn nach Fritz‘ Prognose werden auch in den nächsten Jahren die Hochglanz- und High-Tech-Immobilien in guten Lagen kaum Absatzschwierigkeiten bekommen. Wenn Leerstand, dann drohe der den al-
1ten Gebäuden mit veralteter Ausstattung. Und überhaupt: „Erst ein Immobilienmarkt mit fünf Prozent Leerstand ist ein gesunder Markt“, so die Analyse des Fachmanns. Und davon sei Hamburg noch weit entfernt. Von insgesamt über 10 Millionen Quadratmeter Bürofläche stehen derzeit nur zwei Prozent leer. Beim jetzigen rückläufigen Neubau-Trend würden es bis 1996 nur geringfügig mehr. Also: „Keine Gefahr, an einem Überangebot von Gewerberäumen zu ersticken“. Wer's glaubt... sako
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen