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Guter Mensch von Bonn?

■ Die UN-Flüchtlingskommissarin überreicht Weizsäcker Nansen-Medaille

Bonn (AP/AFP/taz) – Bundespräsident Richard von Weizsäcker hat die nach dem ersten Flüchtlingskommissar des Völkerbunds benannte Nansen-Medaille erhalten. Bei der Entgegennahme der Auszeichnung aus der Hand von UNO-Flüchtligskommissarin Sadako Odaka meinte er gestern zur Haltung Deutschlands Flüchtlingen gegenüber: „Wir tun, was wir können, so schwer es auch ist, im humanitären Bereich und in den politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen.“

Die Unantastbarkeit der Würde des Menschen sei eine Grundregel der deutschen Verfassungsprinzipien. Jeder Mensch habe seine eigene Würde, welche Überzeugungen und welche Hautfarbe er auch haben möge, welcher Kultur er sich auch immer zurechne, welchen Paß er auch immer habe oder ob er überhaupt einen Paß habe.

Odaka betonte, Deutschland stehe ebenso wie das übrige Europa an einer Wegkreuzung. Dabei stelle sich die Frage, ob es neue Mauern bauen wolle oder seine lange Tradition beim Schutz der Rechte von Entwurzelten und Unterdrückten aufrechterhalten werde. Menschen, deren Leben und Freiheit bei einer Abschiebung in ihr Heimatland in Gefahr seien, sollten weiter Asyl erhalten, forderte Ogato. „Ich appelliere an alle politisch Verantwortlichen, hierüber den Konsens der internationalen Staatengemeinschaft zu bewahren und zu konsolidieren.“

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