: Grüne: Uralt-AKW muß vom Netz
Stuttgart (AP/taz) — Zwei Tage vor der Entscheidung über eine Dauerbetriebsgenehmigung für das Atomkraftwerk Obrigheim haben die baden-württembergischen Grünen erneut die sofortige Stillegung des 350-Megawatt-Meilers verlangt. Auch mit den erfolgten Nachrüstungen erreiche der älteste kommerziell genutzte deutsche Reaktor nicht den Sicherheitsstandard neuerer Anlagen, kritisierte der Landtagsabgeordnete Rezzo Schlauch.
Vor allem die fehlende Auslegung der Anlage gegen einen Ausfall in einem der Kühlsysteme wird von dem Politiker bemängelt. Er verweist auf die ähnlich konstruierten Anlagen Greifswald und Rheinsberg in Ostdeutschland, die aus diesem Grund abgeschaltet wurden. Außerdem sei der Reaktor nicht gegen Erdbeben und Flugzeugabstürze gesichert.
Der Dauerstreit um Obrigheim hatte im Frühjahr 1987 begonnen, als die Grünen erstmals darauf hinwiesen, daß das Kraftwerk über 20 Jahre lang ohne eine ausreichende Genehmigungsgrundlage im Probebetrieb lief. Nach einem Spruch des Verwaltungsgerichtshofs des Landes mußte der damalige Umweltminister Erwin Vetter die Anlage vorübergehend stillegen. Im Juni 1991 hob das Bundesverwaltungsgericht dieses Urteil auf. Jedoch verlangten die Richter eine abschließende Genehmigung des Meilers. bün
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen