Gratis-Schnelltests in Berlin: Nicht alles so negativ

Seit dem Start der Gratisschnelltests gibt es in Berlin Anlaufprobleme. Manchmal geht's aber auch überraschend unkompliziert.

Vor dem unscheinbaren Schulgebäude weist ein Schild auf das Corona-Testzentrum

Ansturm sieht anders aus: freie Bahn für den Coronaschnelltest Foto: Oscar Fuchs

BERLIN taz | Bis auf ein Schild vor dem unscheinbaren Betonbau deutet wenig darauf hin, dass hier eins der 16 neuen Gratisschnelltestzentren steht. Weder Schlangen noch Gedränge findet man hier an diesem Dienstagvormittag. Nur ein paar maskierte Menschen, die auf ihr Handy starren. Vermutlich warten sie auf ihre Test­ergebnisse, die rund eine Viertelstunde nach dem Test kommen sollten.

Die Sporthalle der Carl-von-Ossietzky-Schule in Kreuzberg sieht gerade eher aus wie ein Labor. Seit Anfang der Woche ist sie Teil der neuen Teststrategie, hier gibt es wie in anderen drei Standorten Tests ohne Termin. Wer dort ankommt, muss erst mal einen QR-Code vorzeigen. Um den zu bekommen, registriert man sich auf Webseite www.test-to-go.berlin. Wer kein Smartphone hat, kann seine Daten auch handschriftlich per Formular abgeben.

Mit Code und Ausweis kommt man ohne große Umschweife direkt ins Testcenter. Durch die umfunktionierte Turnhalle der Gemeinschaftsschule geht es in eines der vier kubischen Testseparees. Begrüßt werde ich dort durch einen jungen Mediziner in Ganzkörper-Schutzanzug, der mich über den weiteren Ablauf informiert. Dabei hält er mir eindrücklich ein überdimensionales Wattestäbchen vor das Gesicht und erklärt, dass es gleich in voller Länge in meiner Nase verschwinden wird. „Ich entschuldige mich im Vorhinein“, sagt er immerhin.

Überraschend reibungsloser Testablauf

Ganz so unangenehm wird es dann aber gar nicht. Und ebenso schnell wie die Probe entnommen wurde, bin ich auch schon wieder aus dem Gebäude raus. Vielleicht fünf Minuten dauert das ganze Prozedere. 16 Minuten nach dem Test heißt es dann per Mail und auf der Webseite der Testfirma 21Dx: Ihr Testergebnis ist negativ. Das ist natürlich angenehm, ebenso wie der überraschend reibungslose Testablauf insgesamt. Seit einiger Zeit gibt es über die deutsche Coronastrategie ja wenig Positives zu vermelden.

Ebenso scheint auch der Start in die Gratistests seine Probleme zu haben. Als ich mir ursprünglich einen Test mit Termin sichern will, wird mir einer in Kreuzberg frühestens in einer Woche angeboten. Ein Kollege aus Zehlendorf kann da nur lachen: Als frühester Termin wurde ihm ein Datum im Juni genannt. Mittlerweile ist dort, wie auch in anderen Bezirken, gar kein Termin mehr erhältlich.

Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) bestätigte die Startprobleme am Dienstag. Sie wies darauf hin, dass Ber­li­ne­r:in­nen auch andere Testangebote nutzen sollten, etwa von Apotheken. „Sehr schnell“ soll das tägliche Testangebot dann auf über 25.000 steigen.

Bis das klappt, kann man immerhin aber zu einer der vier terminfreien Teststellen gehen. Der Online-Ansturm ließ zunächst ja Schlimmes befürchten: überladene Testzentren. Schön, dass diese Sorge immerhin exemplarisch entkräftet wurde. Auch wenn man an anderen Tagen vielleicht etwas länger warten muss, freut man sich heute schon über kleine Dinge. Leichter, regelmäßiger Zugang zu Gratistests könnte schließlich ein praktikables Mittel Richtung ein paar mehr Freiheiten bedeuten.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Mit der taz Bewegung bleibst Du auf dem Laufenden über Demos, Diskussionen und Aktionen in Berlin & Brandenburg. Erfahre mehr

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de