: Gott ist kein Tyrann
■ Betr.: Lesebrief „Bereuen Sie“, taz 23.12.1989
Lieber Herr Krauß, Sie tun mir leid mit Ihrem Schreckensbild vom rächenden, strafenden Gott, der nur darauf aus ist, den verwirrten bzw. „verirrten“ Menschen zu richten wie ein hinterhältiger Tyrann. Was immer der arme Herr Schloesser geschrieben haben mag, er wird die Strafe erhalten, die er sich selbst zuteilt - sofern er Schuldgefühle hat. Diese wollten Sie ihm in Ihrem Leserbrief ja auch regelrecht einbleuen, so wie es die Kirche schon seit fast 2.000 Jahren tut, dadurch viel Leid und Krankheit verursachend, und völlig vorbei an der Botschaft des Jesus von Nazareth, der den Menschen beibringen wollte, daß jeder Mensch, jedes Wesen göttlich ist und „das Himmelreich“ in sich trägt, und daß Gott Liebe ist. Glauben Sie es doch, Herr Kauß, es befreit Sie vielleicht von Ihrem Verurteilungs- und Strafgedanken, denn Sie wissen doch:
Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet... (Matth. 7,1).
Anke Bootsmann, Oldenburg
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