: Giftanschläge ungeklärt
■ Verdächtiger bleibt in Untersuchungshaft
Giftanschläge ungeklärt
Verdächtiger bleibt in Untersuchungshaft
Die Gift-, Brand-und Sprengstoffanschläge, die Bremerhaven im vergangenen Jahr in Atem gehalten hatten, sind weiterhin unaufgeklärt. Im Zusammenhang mit den spektakulären Taten wurde bisher lediglich ein über 40 Jahre alter Mann festgenommen. Ob er jedoch tatsächlich für insgesamt vier Giftanschläge auf ein Hochhaus und ein Polizeigebäude sowie für Brandanschläge auf die Privathäuser zweier Polizeibeamter und zwei andere Sprengstoffanschläge verantwortlich ist, steht nach Angaben der Bremerhavener Staatsanwaltschaft bislang nicht fest.
In einem Bremerhavener Hochhaus wurden vor gut einem Jahr phosphorwasserstoffhaltige Giftplatten ausgelegt, die in Verbindung mit Feuchtigkeit lebensgefährliche Gase entwickeln. 22 Menschen, darunter auch Polizeibeamte, kamen mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus. Der Verdächtige hatte in dem Hochhaus, in dem die Serie von Giftgasanschlägen begann, gewohnt. Kurz vor den Anschlägen soll die Wohnungsbaugesellschaft dem Mann fristlos gekündigt haben.
Im April und Juni vorigen Jahres wurden die gleichen Giftplatten jeweils an einem Polizeirevier in Bremerhaven und in Schiffdorf gefunden. Bei Brandanschlägen auf die Privathäuser der beiden Leiter der Sonderkommission „Giftplatten“ waren die Bewohner nur knapp mit dem Leben davon gekommen. Die Häuser der Polizisten wurden nahezu vollständig zerstört. Der Sachschaden betrug rund 600.000 Mark. Bei zwei Sprengstoffanschlägen im August 1992 in der Nähe der Bremerhavener Polizeizentrale sowie an einem Geräteschuppen in der Nachbarschaft von Polizisten-Wohnungen waren ebenfalls Sachschäden entstanden. Seitdem hat es keine weiteren Anschläge gegeben.
Nach einer Entscheidung des Bremer Oberlandesgerichts bleibt der Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Er wurde bereits einmal in der ehemaligen DDR wegen „unerlaubten Sprengstoffbesitzes“ verurteilt. dpa
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