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Gift für die Droge

■ Kokainanbau belastet Umwelt schwer

Berlin (taz) – Der Anbau und die Produktion der Droge Kokain fordert von der Natur einen hohen Tribut. Die Anbauflächen in Bolivien und Peru sind in den letzten 15 Jahren auf den 20- bis 30fachen Umfang gewachsen. Mehrere hunderttausend Hektar Wald sind dem Kokainanbau bereits zum Opfer gefallen.

Der Freiburger Biologe Rainer Buchwald berichtete am Wochenende auf der Jahrestagung der „Deutschen Gesellschaft für Tropenökologie“, daß nicht nur die Erosion und der Einsatz von Düngemitteln Schäden anrichten. In den Urwaldlabors werden hochgiftige Chemikalien zur Herstellung der Kokapaste und des Kokains eingesetzt, die inzwischen Böden und Gewässer hochgradig verseuchen. Mehrere Millionen Liter Schwefelsäure, Aceton, Salzsäure und Kerosin fließen – pro Substanz und Jahr – in die Flüsse, die alle in den Amazonas münden.

Buchwald stützt seinen Bericht auf eine Untersuchung des peruanischen Landwirtschaftsministeriums in Zusammenarbeit mit nordamerikanischen Wissenschaftlern sowie auf eine bolivianische Studie. Die Folgen der Umweltverschmutzung auf die Menschen seien noch nicht untersucht. Bekannt sei bislang nur: „In den betroffenen Regionen ist dadurch bereits eine beträchtliche Zahl von Tierarten ausgestorben.“

Die rund 500 Mitglieder der 1987 gegründeten „Gesellschaft für tropische Ökologie“ wollen die tropenökologische Forschung fördern und sich für den Schutz der Lebenräume einsetzen. plu

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