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Gewehre töten

■ Kalifornisches Gericht läßt Klage von Gewaltopfern gegen Waffenhersteller zu

San Francisco (wps/AP) – Eine Waffenfabrik in den USA darf verklagt werden, weil eines ihrer Produkte bei einem Massenmord benutzt worden ist. Eine entsprechende Entscheidung verkündete ein Oberrichter am Montag in San Francisco.

Acht Menschen starben und sechs wurden verwundet, als am 1. Juli 1993 ein Mann namens Gian Luigi Ferri in San Francisco eine Anwaltskanzlei betrat, mit zwei halbautomatischen TEC-DC9- Gewehren um sich schoß und schließlich sich selbst tötete. In Vertretung der Ehefrau eines Opfers strengte das „Zentrum zur Verhinderung von Gewalt mit Handgewehren“ ein Verfahren gegen die in Florida ansässige Firma „Intratec“ an, die die Gewehre hergestellt hatte, gegen die Fabrikanten der Munition und des Abzugs und auch gegen den Pfandladen in Las Vegas, wo der Täter eine der Waffen gekauft hatte. Der Abzugshersteller „Hell Fire Systems“ ist inzwischen bankrott. Oberrichter James Warren ließ jetzt zunächst die Klage gegen „Intratec“ zu.

Firmenanwalt Ernest Getto erklärte, die Firma selber habe in Kalifornien – wo der Tatort liegt – nichts Unrechtmäßiges begangen. Doch Warren argumentierte, die benutzte Waffen sei die nur geringfügig modifizierte Version einer Angriffswaffe, die 1989 in Kalifornien verboten worden sei. Die Firma habe in Kauf genommen, daß eine solche Waffe nach Kalifornien gelangen und dort verbrecherisch eingesetzt werden könnte. Die Waffe ist inzwischen durch das Verbrechensbekämpfungsgesetz von 1994 landesweit verboten.

Der Direktor des klagenden Zentrums, Dennis Henigan, nannte den Richterspruch einen „großen Sieg“, der die „Verantwortung von Gewehrherstellern“ für Gewaltkriminalität festlege.

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