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Gewässerschutz gegen Grenzregelung

Berlin (taz) - Drei Tage vor einem Besuch des Bundesumweltministers Töpfer in der DDR hat sein Gastgeber, DDR-Umweltminister Reichelt, im 'Neuen Deutschland‘ Gesprächsbedingungen genannt, um beim Gewässerschutz weiterzukommen.

Töpfers viertägige Reise führt ihn am Sonntag zu Egon Krenz nach Ost-Berlin und später nach Leipzig.

Schwerpunktthema sollte zunächst die Luftreinhaltung sein, seit dem Algensterben in der Nordsee hat das Thema Gewässerschutz mehr Gewicht, im Blickpunkt: die Elbe.

Seit 1983, so Reichelt, bekunde die BRD „besonderes Interesse an der reduzierten Belastung des Flusses durch Ammonium, Quecksilber und Cadmium“. Solche Gespräche erforderten das „Prinzip der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten“ und könnten „zügiger“ verlaufen, „wenn die BRD-Regierung größeres Entgegenkommen bei der Lösung von politischen Grundfragen - wie die Grenzziehung Elbe-Mitte zeigen würde“. Ohnehin trage die DDR nur vier Prozent zu der Stickstoff- und Phosphatbelastung der Nordsee bei, die für das Algenwachstum verantwortlich sei. Die BRD leite 54 Prozent der Phosphate und 36 Prozent der Stickstoffe ein. Das bedürfe „keiner weiteren Kommentierung“. Generell würde die DDR große Anstrengungen zum Gewässerschutz unternehmen. Seit 1980 habe „der Eintrag organischer Stoffe“ im Elbe -Einzugsgebiet der DDR „um mehr als ein Viertel“ abgenommen. Offen ließ Reichelt, auf welchen Wert sich dies bezieht. Organische Dünger würden von Landwirten mäßig, da durch „EDV -Düngeempfehlungen“, aufgetragen. Vom oberen Elbtal bis in den Raum Torgau bestünden „noch“ Abwasserbelastungen durch Industriebetriebe.

Eckermann

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