: Getrübter Kunstblick
Impressionismus ist kein Stil, sondern ein Sehfehler
STUTTGART ap/taz ■ Bisher dachten wir immer, der Impressionismus wäre im 19. Jahrhundert als ästhetische Antwort auf den Naturalismus entstanden. Im Zentrum stehe die Betrachtung der Welt aus einem objektiven Blickwinkel heraus; mit detaillierter Genauigkeit und Eindringlichkeit werde der einmalige Augenblick wiedergegeben. Alles Humbug. Jetzt stellt sich heraus, der Impressionismus ist schlicht ein Sehfehler. Der impressionistische Maler Claude Monet hat möglicherweise nur deshalb so verschwommen gemalt, weil er kurzsichtig war und an einer Linsentrübung durch den Grauen Star litt. Das berichtet die Zeitschrift Bild der Wissenschaft unter Berufung auf eine These des britischen Augenarztes und Kunstliebhabers Patrick Trevor-Roper. Monet habe stets eine Brille mit dem Argument abgelehnt, so scharf wolle er die Welt denn doch nicht sehen.
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