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Geräuschgetüftel

■ Zum 26. Mal: Improvisationen in der Buchtstraße

Rascheln und Klimpern als Musik: Drei Grenzgänger fönten am Dienstag bei der MIB jenseits herkömmlicher Kategorien von Klang und Ton der Lust am Geräusch. Der Münsteraner Gitarrist Erhard Hirt entlockte seinem Instrument ein Geräusch-Spektrum, das vom trockenen Schrappen der Saiten über splitternde Tonfetzen bis zu stratosphärischen Sounds reichte, fiepend, zirpend, raschelnd. Helmut Buntjer, ebenfalls aus Münster, benutzte seine Posaune nicht nur als Blasinstrument, sondern auch als Bartkratzer, wasserprustendes Geröhr und Blechteil zur Erzeugung von Schmatz-, Schnalz-und Quietschgeräuschen, zwischendrin schleppertutend, obertonschwirrend und röchelblechernd. Der Tscheche Martin Klapper hatte sich mit einer umfangreichen Sammlung von tönendem Kinderspielzeug und diversen elektronischen Klangerzeugern und —verstärkern umgeben. Mit denen erzeugte er diverse Quietsch- und Pfeiftöne, streute gesampelte Sprachfetzen ein und machte die beim Sendersuchen im Radio üblicherweise auftretenden Stör- und Nebengeräusche zum Hauptthema.

Für mich wirkte das widerborstige Soundgeschehen zum Teil extrem eigenbrötlerisch und nebeneinanderher, das Zusammentönen der Geräusche zufällig und beliebig. Momente, in denen diese bizarre und extreme Noise-Erzeugung eine eigenwillige Faszination entfaltete, standen neben solchen, die kaum nachvollziehbar an der Grenze des Strapaziösen balancierten.

So gefielen mir die beiden Duo-Passagen im zweiten Set am besten, weil in ihnen Interaktion spürbar wurde. Hirt und der Bremer Gastgeber Hainer Wörmann entwickelten auf ihren Gitarren ein Geräuschlaboratorium aus elektronisch verfremdeten Sounds und durch Manipulation der Instrumente mit zweckentfremdeten Gegenständen. Wörmann steuerte u.a. einen kurzen Metalausbruch im wahrsten Sinne des Wortes bei, indem er einen metallenen Keksdosendeckel auf den Saiten seiner Gitarre schrubben ließ. Auch im folgenden Duo von Buntjer und Klapper war das Aufgreifen von Tönen und Geräuschen des jeweils anderen hörbarer als zu anderen Zeiten des Abends. Insgesamt ein für mich mehr rauschender als berauschender Auftritt. Arnaud

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