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Genau wie früher bei Errol

■ „Die Tränenperle“ aus Vietnam im Panorama

Früher war alles so einfach. Als mein Alter noch nicht einmal zweistellig war, sah ich ganz besonders gern Errol Flynn. Wenn der den Weg von Olivia de Havilland im wahrsten Sinne des Wortes kreuzte, war vom ersten Moment an klar, daß sie sich kriegen würden. Und noch viel mehr: daß sie ein Leben lang so glücklich ineinander verkeilt verharren würden, wie es die Schlußeinstellung versprach. Diese Vorstellung von Liebe prägte meine Vorstellungswelt, bis sich die ersten bösen Pickel einstellten, und seitdem habe ich leichte Schwierigkeiten mit solchen Filmen.

So wie Errol und Olivia haben auch A Chau und Quang keine Probleme miteinander, sondern nur mit den böswilligen Umständen. A Chau ist Chinesin, Quang Vietnamese. Zuerst will die chinesische Gemeinde ihre Heirat verhindern, später müssen alle Chinesen wegen des Krieges 1978 Vietnam verlassen, aber 12 Jahre später wendet sich alles zum guten – eben wie früher bei Errol.

Trotz der politischen Bezüge ist „Die Tränenperle“ einfach nur ein Melodram vor historischem Hintergrund, gefilmt in sehr einfachen Bildern. Die tiefe Tragik, die verzweifelte Leidenschaft und das unendliche Glück aber funktionieren hierzulande schon lange nicht mehr so einfach und ernteten also bei der Vorführung den einen und anderen ungewollten Lacher.

Politisch interessant höchstens, wie wohlhabend und in welch leuchtenden Farben sich das moderne Vietnam selbst gerne sieht. Und welch dekadentes Bild die vietnamesischen Filmemacher vom großen Bruder VR China haben. to

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