Gegenveranstaltung zum Bildungsgipfel: Alternativen im Regen

Während der offizielle Bildungsgipfel die Öffentlichkeit mied, bemühte sich die Gegenveranstaltung fast vergeblich um sie.

So macht Bildung auch nicht richtig Spaß: Demonstranten des Gegengipfels. Bild: dpa

DRESDEN taz Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten mieden die Öffentlichkeit, der Alternative Bildungsgipfel suchte sie dringend. Ziemlich verloren kämpften am Vormittag ungefähr 50 Aktivisten gegen Kälte, Dauerregen und die Leere des Theaterplatzes vor der Semperoper. Unter ihnen Vertreter der Jugendorganisationen der Gewerkschaften DGB, Ver.di und GEW, der Grünen, der Jusos, der Linken im Bundestag und mehrerer in Sachsen oder bundesweit agierender Aktionsbündnisse. Die an verschiedenen Orten des Stadtzentrums geplanten öffentlichen Workshops mussten auf die Zelte am Theaterplatz konzentriert werden.

Auch bis zur Demonstration unter dem Motto "Gute Bildung für alle", die bei strömenden Regen am Nachmittag stattfand, hatte sich die Zahl der Teilnehmer kaum verdreifacht.

Passanten erklärte ein über dem Platz schwebender Ballon den Grund für die Gegenveranstaltung. "Luftnummer Gipfel" stand darauf zu lesen. Andreas Warschau, bildungspolitischer Sprecher der sächsischen Grünen, wollte gar nicht von einem Bildungsgipfel, sondern bestenfalls von einem "Hügel" sprechen. "Für freien Bildungszugang aller, gegen die vielen selektiven Stufen im Bildungssystem", fasste Organisatorin Johanna Völker vom Leipziger Studentenrat das Anliegen der Kritiker zusammen. Es könne nicht darum gehen, "möglichst viel Humankapital auf den Wirtschaftsmarkt zu schmeißen".

Die Ökonomisierung der Bildung war das Thema eines Workshops. An den Hochschulen setzten sich immer mehr wirtschaftsübliche Top-down-Strukturen durch. Bildung werde zunehmend zur Ware, die sich nicht mehr jeder leisten könne. Der Staat fördere den privaten Bildungssektor und delegiere in wachsendem Maße öffentliche Aufgaben dorthin. Es gehe aber nicht darum, Privatschulen zu diskreditieren, sondern die öffentlichen besser zu machen.

Am Vormittag hatte die Konferenz Sächsischer Studierendenschaften im Landtag eine Petition gegen die Halbierung der Landeszuschüsse für die Studentenwerke übergeben. Die DGB-Jugend verlieh im Anschluss öffentlich ihren "Raffzahn". Der satirisch gemeinte Preis für die übelste Praktikantenausbeutung geht in diesem Jahr an die Berliner Agentur X:hibit.

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