: Gebühr für Nacktheit
Die Infantinosierung des Alltags schreitet voran
Überall geht der Trend zur Infantinosierung: Noch aus der letzten Zitrone wird ein kommerzieller Gewinn gepresst. Wie zuletzt bei der Fußball-WM 2026, bei der alles irre viel Geld kostete. Dieser Entwicklung verschließt sich eine Branche nur zu gern nicht: „Australische Airline verlangt Gebühr für Gepäck in Deckenfächern“, meldete die Penunzenagentur AP am Mittwoch. Wir sind es ja längst gewöhnt, dass mit Sitzplätzen, Handgepäck, WLAN, Mahlzeiten oder Getränken an Bord Zaster gemacht wird. Demnächst müssen Fluggäste noch für ihre Kleidung am Körper bezahlen. Selbst das letzte Hemd ist dann nicht umsonst. Und die Passagierkabinen werden sich mit Nackten füllen, die Kleidungskosten vermeiden wollen. Danach lassen sich die Fluglinien Gebühren für die blanke Haut einfallen. Weshalb sich die Geizkrägen unter den Fluggästen bei lebendigem Leib ebenjene überflüssige Hülle abziehen lassen, was vor dem Flug bei speziell eingerichteten Servicepoints („Schinden to go“) am Flughafen möglich ist. Der kommerziellen Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Oder wie Reinhard Mey einst sang: „Über den Wolken muss die Abgreif-Fantasie grenzenlos sein …“
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