Nachruf: Fußballgotts Putzer
■ Der 54er-Weltmeister Liebrich ist tot
Wenn das damals in Bern also doch kein Wunder gewesen sein sollte, sondern eine Mischung aus Pech (der Ungarn) und harter Arbeit (der Deutschen), dann hat Werner Liebrich, Stopper der Weltmeisterelf von 1954 („3:2“), daran nicht unbeträchtlichen Anteil gehabt. Eigentlich war der Rotblonde gar nicht für die Unsterblichkeit vorgesehen: „Chef“ Herberger nahm ihn erst, als der Hamburger Posipal nachweislich nicht gut genug zum „Ausputzen“ war und nach rechts weichen mußte. Vom Viertelfinale an wachte der Tackler und Kopfballexperte Liebrich vor dem Tor des „Fußballgotts“ Toni Turek. Er tat es so aufmerksam, daß am Ende ein ganzes paralysiertes Land plötzlich wieder über alles war.
Liebrich machte nur 16 Länderspiele, gehörte aber zu den führenden Vasallen Fritz Walters beim 1. FC Kaiserslautern, der den deutschen Fußball der frühen 50er Jahre dominierte. In den 60ern eröffnete er die geradezu klassische Toto-Lotto- Annahmestelle, die er (abgesehen von zwei kurzen Intermezzi als FCK-Interimstrainer) bis zu seinem Aufstieg in den Fußball- Olymp betrieb, wo ihn die WM- Kumpel Kohlmeyer, Turek, Mai und Morlock gestern begrüßen mußten. Liebrich starb in seiner Heimat Kaiserslautern 68jährig an Herzversagen. pu/Foto: taz-Archiv
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