■ Fußball: Vereinte Farben
London (dpa) – Kevin Keegan engagiert sich als Vorreiter im Kampf gegen den Rassenhaß in den englischen Fußballstadien: Der Trainer und Manager des Spitzenklubs Newcastle United hat jetzt die Anhänger seines Vereins unmißverständlich gewarnt: Bei rassistischen Beschimpfungen von Spielern droht ihnen die Entfernung aus dem Stadion. Auch könnte ihnen, so Keegan, die Dauerkarte, die immerhin 280 britische Pfund (rund 700 Mark) kostet, entzogen werden. Die anderen Klubs der höchsten Spielklasse wurden inzwischen von den Behörden aufgefordert, dem Beispiel von Newcastle zu folgen.
Simon Smith, der die von der Profispielergewerkschaft und der Kommission für Gleichheit der Rassen unterstützte landesweite Gemeinschaft „United Colours of Football“ („Vereinte Farben des Fußballs“) gründete, meinte: „Wir begrüßen Newcastles Aktion. Das ist ein wichtiger Schritt, um die rassistischen Beleidigungen der schwarzen Fußballer auszumerzen.“
Kevin Keegan, einst Spieler bei Newcastle United, dem FC Liverpool und dem Hamburger SV, hat nach Simon Smith' Überzeugung mitgeholfen, „die Einstellung der Leute zu ändern, als er bei Newcastle die schwarzen Stürmer Andy Cole und Ruel Fox engagierte. Seitdem ist es im Stadion viel ruhiger geworden.“ Die Organisatoren der Kampagne verteilten am letzten Wochenende 110.000 Exemplare des Magazins von „United Colours of Football“. Geplant sind auch musikalische Abende und andere Unterhaltungsveranstaltungen, um die Fans aus den unterschiedlichen ethnischen Gruppen einander näher zu bringen.
Ein Mitglied der nationalen „Football Supporters Association“, Adam Brown, erklärte: „Wir sind keine politischen Fanatiker; wir sind nur verärgert über die Chaoten, die glauben, es sei amüsant, auf schwarze Fußballer Bananen zu werfen und sie zu beleidigen. Vereine wie Leeds United, Derby County und Charlton Athletic haben ebenfalls schon positive Schritte unternommen, und wir wollen, daß auch die anderen dem Beispiel folgen.“ Freiwillige aus Newcastle und Leicester, wo die Fans auch rassistische Ausschreitungen bekämpfen, arrangierten bereits eine gemeinsame Solidaritätskundgebung beim Meisterschaftsspiel zwischen Leicester City und Newcastle United.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen