: Für die Freiheit des Geistes
■ Treffen verfolgter Schriftsteller in Norwegen
Stavanger (AFP) – Der verfolgte tadschikische Autor Bosor Sobir hat der UNO gestern bei der Eröffnung eines internationalen Autorenforums über Meinungsfreiheit vorgeworfen, Menschenrechtsverletzungen in seinem Heimatland tatenlos zuzusehen. Der 56jährige Autor sagte bei dem Forum im norwegischen Stavanger, Meinungsfreiheit existiere in Tadschikistan nur auf dem Papier. Sobir war im März 1993 in Tadschikistan festgenommen worden und lebt seit sieben Monaten in Moskau. Er ist einer von sieben verfolgten Autoren, die vom internationalen PEN-Club nach Stavanger eingeladen worden waren. Bis zum Mittag erschien außer ihm lediglich die von Islamisten mit dem Tode bedrohte bangladeschische Schriftstellerin Taslima Nasrin. Aus Sicherheitsgründen wurde nicht mitgeteilt, ob auch der britische Autor Salman Rushdie zu dem Forum kommen würde.
Zu dem dreitägigen Symposium wurden mehr als dreihundert Schriftsteller aus der ganzen Welt erwartet. Zentrales Thema sollen die Auswüchse des religiösen Fundamentalismus sein. Zu den eingeladenen Autoren gehören auch der Jemenite Mansur Muhammed Ahmad Radschih, Yndamira Restano aus Kuba, der Südkoreaner Hwang Suk Yong und Ken Saro- Wiwa aus Nigeria.
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