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Führer - Mann - Maschine

■ Das NS-Kraftfahrer-Korps unter Führung der SA: Hitlers Kolonne „Wir bleiben, was wir waren: des Führers Motorscharen.“

Untersuchungen zur strukturellen Beziehung zwischen der Organisation einer Motorrad-Machine und der Binnenorganisation des motorradfahrenden Mannes führen zum Frühling des Jahres 1930: Hitler verfügt die Aufstellung einer völlig motorisierten Einheit aus Kraftwagen und Krädern, des späteren NS-Kraftfahr-Korps, das der SA unterstellt wird.

Unter dem ehemaligen Freikorps-Kompanieführer Adolf Hühnlein sind bis 1933 70.000 technikbegeisterte, überwiegend dienstbereite martialische Männer organisisert. In den zahllosen Wahlkämpfen der späten Republik fungiert das NSKK als Kommunikations- und Transportsystem für Parteiführer, Wahlkampfredner, Schlägertrupps, nächtliche Überfälle auf Linke.

Die NSKK-Mitglieder stellen ihr Privatfahrzeug zur Verfügung. „Mein Motorrad steht fahrfertig bereit für unsere herrliche Bewegung, für Deutschlands Erwachen“ (aus dem Brief eines verarmten Arbeitslosen). Das Versprechen an eine verzweifelt sinn-entleerte, ichschwache

Mann-Maschine-Einheit: neuer Sinn im Dienst.

Die äußere Form neuer Sinnstiftung vollzieht sich im Aufmarsch. „Eine in mustergültiger Ordnung fahrende Kolonne mit fliegenden Sturmfahnen und Wimpeln ist von stärkster propagandistischer Wirkung.“ 1931 in Braunschweig: 5.000 Kraftwagen und Kräder haben sich erstmals versammelt. Hitler geht die langen Reihen ab, „strahlende Gesichter der Mannschaft, prächtig ausgerichtete Fahrzeuge“.

Fahnenweihe. Fackelzüge. Die Fahrer im „braunen Ehrenkleid“. Farbenschnüre der Gaue. Hosen, Lederzeug, Helm schwarz. „Mit laufendem Motor, die Faust an der Kupplung, die

Augen auf den Führer gerichtet, so warteten wir die Wende in Ruhe ab.“

Indem sie ihre Machine dem Führer schenkt, verläßt die Mann -Maschine-Einheit die Isolation, gehört zur Einheit, zu Hitlers Kolonne.

Die als hierarchisch verstandene Organisation der Maschine scheint Übertragungen auf Supermaschinen (Trupp, Sturm, Staffel, SA) nahezulegen und Eingliederung zu erleichtern. „Erziehung am Motor schuf den Typ des Kämpfers, in dessen Händen die Maschine zur Waffe wird.“ (Alle Zitate aus: Unter den Sturmstandern des NSKK. Von Gruppenführer Oppermann, München 1936)

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