: Frivoler Flirt
■ betr.: Castor-Transport
Der frivole Flirt mit Uranium 235 und das perfide Poussieren mit Plutonium 239 haben uns lange genug genarrt. Schluß mit diesen technologischen Tollheiten, mit diesen Stoffen, aus denen unsere Alpträume sind. Erich Krohn, Hamburg
Ich hatte einen Traum:
„Es ist 6 Uhr. Wir senden Nachrichten. Seit 5.30 Uhr blockieren in über 100 Städten Deutschlands Atomkraftgegner Kreuzungen von Hauptverkehrsstraßen. Der Berufsverkehr ist mancherorts vollkommen zum Erliegen gekommen. Auseinandersetzungen mit der Polizei gab es bisher nicht. Der mehrfachen Aufforderung, die Kreuzungen zu räumen, wurde stets Folge geleistet – um sich Minuten später an einem anderen Verkehrsknotenpunkt neu zu versammeln. Wie das überregionale Büro der AKW-Gegner in Dannenberg mitteilt, werden die einzelnen Gruppen – bisweilen nicht stärker als zehn Personen – diese Blockaden künftig an jedem Montag morgen durchführen. Man werde sie erst beenden, wenn ein Stopp der Castortransporte nach Gorleben, die Rücknahme bereits eingelagerter Behälter sowie die Stillegung des Reaktors Krümmel erfolgt ist...
...Zum Abschluß der Nachrichten meldet sich der Verkehrsfunk: Rönne. Aufgrund einer Blockade gegen das Kernkraftwerk Krümmel staut sich der Berufsverkehr Richtung Hamburg von der Rönner Brücke über 20 Kilometer bis zurück ins Lüneburger Stadtzentrum...“
Piep. Ich erwachte und dachte, ich müsse nun zur Anti-AKW- Konferenz nach Trebel (Wendland). Wollten dort nicht Gruppen aus allen Teilen der Republik ihre Blockadeaktionen miteinander abstimmen? Träfe ich dort nicht Leute, mit denen schon vor 15 Jahren im Hüttendorf ähnliche Aktionen besprochen wurden? Würde man nicht all jene durch das gewaltfreie Blockadekonzept zum Mittun anregen, die durch die verpufften Gewaltaktionen der achtziger Jahre in innerer Immigration versackten? Detlev Block, Journalist, Drage
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen