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Friedensbewegung im Visier des Kanzlers

■ Koordinationskreis der Friedensaktivisten ruft zu Großdemo

Berlin (taz/ap) — Bonner Politiker machen scharf gegen die Friedensbewegung. Während auch gestern in zahlreichen Orten der Bundesrepublik mehrere tausend Menschen demonstrierten, attackierte Kanzler Kohl die KriegsgegnerInnen. Er habe überhaupt kein Verständnis dafür, wenn sich Aktionen der Friedensbewegung „gegen die Vereinigten Staaten wenden“. Bei manchen Demonstranten bestürzten ihn die „moralische Gleichgültigkeit, die krasse Verdrehung der Tatsachen und das bewußte Aufpeitschen von Emotionen“. Sprecher der Friedensorganisationen wiesen die zunehmenden Vorwürfe zurück und beschuldigten die Regierung, jahrelang Giftgasexporte nach dem Irak verharmlost zu haben. Der Trägerkreis der für Samstag in Bonn geplanten Großdemonstration wandte sich gegen die Einbeziehung der Bundesrepubik in den Krieg. Der Nato-Bündnisfall sei aus ihrer Sicht nicht gegeben, wenn der Irak die Türkei angreifen sollte. SEITE 4