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Freizeichen aus Washington

■ USA lockern überraschend Telefon-Blockade gegen Kuba

Überraschend hat die US-Regierung gestern, am 40. Jahrestag der kubanischen Revolution, den Telefonverkehr von den USA nach Kuba weitgehend normalisiert. Die vor drei Jahrzehnten gegen Castros Kuba verhängte Wirtschaftsblockade hatte bislang verhindert, daß – wie im internationalen Telefonverkehr üblich – Havanna einen Teil der Gebühren für Gespräche zwischen beiden Staaten erhält. Kubas Anteil ging vielmehr auf ein Sperrkonto in den USA, bislang über 80 Millionen Dollar.

Mit der Erlaubnis an die Telefongesellschaften, die Kuba zustehenden Gebühren nach Havanna zu überweisen, löst die US-Regierung einen Konflikt, der sich in den letzten Monaten zu einer regelrechten „Telefonkrise“ ausweitete. Denn als Reaktion auf die Blockade hatte die kubanische Regierung den Telefonverkehr in die USA über Kanada umgeleitet. „Das ist nicht nur illegal, sondern moralisch verwerflich“, wetterte der Kongreßabgeordnete Robert Torricelli, Sprachrohr der Anti- Castro-Fraktion kubanischer Exilanten. „Wir können nicht erlauben, daß Castro Profit zieht aus dem Wunsch von Familien, mit ihren Liebsten zu reden.“

Um so überraschender war nun die Aufhebung der Telefonblockade gegen Kuba. Die zustehenden Gelder auf dem Sperrkonto allerdings bleiben vorerst weiter eingefroren. Aber falls Clinton mit Castro demnächst auch darüber sprechen will, kann er dies nun immerhin per Telefon tun – mit geteilten Einnahmen, versteht sich. Bert Hoffmann

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