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Frauen mucken auf

■ Tumulte bei einer Parlamentsdebatte um die Quotierung in Indien

Neu Delhi (AFP) – Bei der Debatte um die geplante Frauenquote ist es im Unterhaus des indischen Parlaments gestern zu Tumulten gekommen. Die indische Regierung wurde von zahlreichen Abgeordneten beschuldigt, eine historische Entscheidung zu blockieren. Der Gesetzentwurf sieht vor, daß ein Drittel der Sitze im Nationalparlament und in den 25 regionalen Parlamenten von Frauen besetzt wird.

Weiblichen Abgeordneten riß der Geduldsfaden, als die Debatte im Unterhaus mit anderen Themen begann. Eine Frau protestierte, indem sie sich vor Parlamentssprecher Suraj Bhan auf den Boden setzte. Mamata Banerjee, eine überzeugte Feministin, beschuldigte die Regierung, „den Gesetzentwurf hinauszuzögern und zu blockieren“. Die Frauen hatten zuvor vorgeschlagen, den Gesetzentwurf ohne Diskussion zu verabschieden. Der Entwurf benötigt im Unterhaus eine Zweidrittelmehrheit und muß dann vom Oberhaus und dem indischen Staatspräsident Shankar Dayal Sharma genehmigt werden.

Der Vorschlag der indischen Regierung für die Einführung einer Frauenquote war auf Zustimmung und Skepsis gestoßen. Jaipal Reddy, der Sprecher der regierenden Mitte-Links-Koalition, sagte, „das ist ein beispielhafter Schritt für die Rechte der Frau, so etwas hat es in der Geschichte noch nicht gegeben“. Die Vorsitzende der Vereinigung demokratischer Frauen, Brinda Krat, bezweifelte dagegen, daß sich mit dem Gesetz das alltägliche Leben der Frauen in Indien und ihre Stellung in der Gesellschaft stark verändern werde.

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