taz🐾sachen: Frau nicht im „Spiegel“
Die taz hatte neulich Besuch. Einen Tag lang schauten sich Isabell Hülsen und Alexander Kühn vom Spiegel in der Redaktion um, saßen mit uns in der Konferenz, redeten mit Leuten und schrieben einen Artikel über die taz von früher und die taz von heute. Sie beobachteten, wie Themenchefin Katja Kullmann und Nachrichtenchefin Ute Zauft die Aktualität im Blick hatten und Ideen entwickelten. Wie Sunny Riedel die Titelseite machte. Wie Nina Apin und Silke Mertins Kommentare einsammelten. Doch die Namen all dieser Frauen tauchen in der Spiegel-Geschichte nicht auf.
Vier Menschen haben die Ehre, im Text mit Namen vorgestellt und direkt zitiert zu werden. Darunter: vier Männer, null Frauen. Tatsächlich kommt keine einzige Frau, die heute bei der taz arbeitet, namentlich im Artikel vor. Nina Apin wird zwar kurz zitiert – doch statt ihres Namens steht da nur: „die Meinungschefin“. Was die Leser*innen aber erfahren, ist: der Name eines (männlichen) Hundes.
Dabei haben Hülsen und Kühn das Thema Gender auf dem Schirm. Hülsen ist sogar Mitbegründerin der Initiative „Diverse Media“, die sich für Diversität im Wirtschaftsjournalismus einsetzt. taz-Chefredakteur Georg Löwisch habe den „Makel des falschen Geschlechts“ wettgemacht, indem er zwei Frauen als Stellvertreterinnen in die Chefredaktion geholt habe, schreiben sie. Wie sie heißen – Barbara Junge und Katrin Gottschalk – war nicht der Erwähnung wert.
Vielleicht besucht die taz ja mal den Spiegel. Um die Schniedel-Quote auszugleichen, reden wir dann aber nur mit Frauen. Dinah Riese.
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