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Fragwürdige Aktion

KOMMENTAR

Fragwürdige Aktion

Wenn Kanzlergattin Hannelore Kohl vor den Linsen von 49 Pressefotgrafen ein blondes Mädchen herzt, das ihrem Gatten just Blumen überreichte, finden das viele kritische Menschen ärgerlich. Als die Linke noch schnell mit Urteilen zur Hand war, hieß so etwas gar: Politischer Kindesmißbrauch. Und was sagen wir zur gestrigen Aktion „140 Kindertagesheime veranstalten Laternenumzüge gegen Ausländerfeindlichkeit“?

Im ersten Moment wohl kaum etwas Ablehnendes. Jede Aktion gegen den grassierenden Fremdenhaß ist schließlich positiv. Jede? Haben nicht politische Aktionen auch etwas mit Reflektion und Bewußtheit zu tun? Zumindest wenn sie von der selbsternannten kritisch-emanzipativen Seite der deutschen Bevölkerung kommen?

Nun sind Kinder durchaus nicht so unmündig, wie der Gesetzgeber sie sieht. Doch zur politischen Willensbildung sind die Besucher von Kindestagesheimen noch nicht in der Lage. Und um Politk geht es doch wohl.

Deshalb ist die ganze Aktion höchst fragwürdig. Wurden gestern etwa hunderte von Kindern in den Regen gejagt, weil die Erwachsenen ihren Arsch nicht hochkriegen? Jürgen Oetting

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