Forschung gegen Corona: Auf Hochtouren

Gesucht wird ein Impfstoff, der gegen den Erreger Sars-CoV-2 vorbeugend schützen kann. Und ein Medikament gegen die Lungenkrankheit Covid-19.

Mann im Labor

Forschung für einen Corona-Impfstoff Uni Tübingen Foto: Andreas Gebert/reuters

Die Pharmaforschung zum Coronavirus läuft auf Hochtouren. Gesucht wird ein Impfstoff, der gegen den Erreger Sars-CoV-2 vorbeugend schützt, ebenso ein Medikament, das die durch ihn ausgelöste Lungenkankheit Covid-19 heilen kann. Grundlagenforscher in den öffentlichen Forschungs­instituten und Medikamenten­entwickler in der Industrie arbeiten dazu Hand in Hand.

Besonders gefordert ist die Universitätsmedizin, die Forschung und Krankenpflege unter einem Dach vereint. Am Donnerstag stellte die Spitze der Berliner Charité ein neues Bündnis der deutschen Universitätsmedizin vor, das mit einer Taskforce schnellstmöglich bundeseinheitliche Strategien für die Diagnostik und Behandlung von Covid-19-Patienten entwickeln soll.

Vor zwei Wochen hatte der Haushaltsauschuss des Bundestages das Budget des Bundesforschungsministeriums um weitere 145 Millionen Euro für die Impfstoffentwicklung und die Erprobung von Behandlungen aufgestockt. Forschungsministerin Anja Karliczek erklärte: „Ein wirkungsvoller Impfstoff ist das, worauf viele warten.“ Die internationale Impfstoffinitiative Cepi werde nun von deutscher Seite mit zusätzlichen 140 Millionen Euro unterstützt. Die CDU-Politikerin, die sich wegen Infektionsverdachts als eines der ersten Regierungsmitglieder in Selbstquarantäne begeben mußte, äußerte die Hoffnung, dass noch vor dem Sommer mit klinischen Studien für einen Impfstoff begonnen werden könne. Die Experten dämpfen jedoch die Erwartungen auf einen schnellen Vakzin-Durchbruch.

Der Präsident des für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, rechnet damit, dass nicht vor dem kommenden Jahr die ersten Bevölkerungsgruppen durch eine Impfung geschützt werden könnten. Es handele sich um größere klinische Prüfungen mit Tausenden oder vielleicht Zehntausenden an Probanden. „Man darf hier nichts zu sehr beschleunigen“, erklärte Cichutek. „Wir brauchen verträgliche, sichere Impfstoffe, die dann auch wirksam sind.“

„Die aktuelle Coronavirus-Pandemie lässt sich wie alle Infektionskrankheiten umso wirkungsvoller bekämpfen, je besser wir den Erreger und seine Auswirkungen auf den Menschen wirklich verstehen“, betont die Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Katja Becker. Sie war selbst bis zu ihrem Amtsantritt im Januar dieses Jahres als Malariaforscherin unter anderem in Westafrika tätig.

Von Null anfangen

Es brauche umfassende Forschungsarbeiten „mit langem Atem“, um „die genetischen, biologischen, umweltassoziierten, medizinischen, aber auch sozioökonomischen Faktoren eines solchen Ausbruchs im Detail zu klären“, sagt Becker: Die DFG fördert aktuell bereits rund 20 Forschungsprojekte und größere Forschungsverbünde zu Coronaviren sowie zur Infektiosität und genetischen Vielfalt von Viren mit insgesamt rund 18 Millionen Euro pro Jahr. Eine neue Ausschreibung zur fachübergreifenden Erforschung von Epidemien und Pandemien wurde von der DFG vergangene Woche gestartet.

Woher das Coronavirus ursächlich stammt, ist noch nicht endgültig geklärt. Der Charite-Virologe Christian Drosten verweist darauf, „dass das letztendliche ökologische Reservoir all dieser Coronaviren bestimmte Fledermaus-Arten sind, die Hufeisennasen-Fledermäuse“. Über Zwischenwirte muss es dann in China auf den Menschen übertragen worden sein. Bei der Sars-Epidemie 2002 waren die Virusträger Marderhunde, die in China gehandelt und gezüchtet wurden. Auch damals setzte zunächst eine verstärkte Impfstoffforschung ein, die aber über Versuche im Tiermodell nicht hinauskam.

Immerhin wissen die Forscher, dass das Sars-Virus nach Worten Drostens „gerade in seinem Hauptoberflächen-Protein doch ausreichend unterschiedlich von diesem neuartigen Coronavirus“ ist. Mit diesem Protein wird an die menschlichen Zellen angedockt und der Krankheitsprozess ausgelöst. „Wir müssen also bei der Impfstoffentwicklung von null anfangen“, stellt Virologe Drosten fest. „Es wird nicht so sein, dass ein Sars-Impfstoff einfach so quer verwendet werden kann.“

Eingedenk der Sars-Erfahrungen wurde von der internationalen Staatengemeinschaft die Impfstoffinitiative Cepi gegründet: eine öffentlich-private Partnerschaft, in der sowohl staatliche Förderer als auch Stiftungen, Forschungseinrichtungen und Pharmaunternehmen zusammenarbeiten. Deutschland ist Gründungsmitglied und fördert Cepi seit 2017 mit insgesamt 90 Millionen Euro.

Klaus Cichutek,Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts

„Man darf hier nichts zu sehr beschleunigen. Wir brauchen verträgliche, sichere Impfstoffe, die dann auch wirksam sind“

Unter dem Dach von Cepi wird derzeit die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus vorangetrieben. Mit dabei ist die deutsche Biotech-Firma CureVac (die taz berichtete). In welche Richtung die Forschung vorangetrieben werden sollte, hat die Deutschen Nationalakademie der Wissenschaften Leopodina in einer Ad-hoc-Stellungnahme in der vorigen Woche umrissen.

Das hochrangige Statement stieß auch im politischen Raum auf gesteigertes Interesse, vor allem deshalb, weil sich die Wissenschaft hinter den drastischen Regierungskurs zur Virus-Eindämmung stellte. „Zum jetzigen Zeitpunkt sei „ein deutschlandweiter temporärer Shutdown (ca. 3 Wochen) mit konsequenter räumlicher Distanzierung aus wissenschaftlicher Sicht empfehlenswert“, urteilte die Leopoldina von höchster Warte. Bislang wurde die Regierung nur von einzelnen Virologen und Instituten beraten.

Mehr Tests

Nötig sind aus Sicht der Nationalakademie jetzt „koordinierte klinische Studien, die aktuell geplant werden müssen, um aussichtsreiche Wirkstoffe rasch prüfen zu können“. Da bislang keine Therapeutika zur Verfügung stünden, müssten bis zur breiten Verfügbarkeit von Sars-CoV-2-Impfstoffen und Medikamenten „kurz- und mittelfristig Handlungsperspektiven für den Schutz besonders gefährdeter Personengruppen und für die Gewährleistung des öffentlichen Lebens eröffnet werden“. Die Leopoldina rechnet mit einer Entwicklungszeit von mindestens 4 bis 6 Monaten für Medikamente und 9 bis 12 Monaten für Impfstoffe. So lange könne der gesellschaftliche Shutdown aber nicht dauern.

Die weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens könne „nicht über einen so langen Zeitraum aufrechterhalten werden“, schreibt die Akademie mit Sitz in Halle (Saale). Die zu erwartenden gravierenden sozialen und ökonomischen Konsequenzen und mögliche negative physische und psychische Auswirkungen auf die Gesundheit seien zu groß. Im Bereich der Diagnostik spricht sich die Leopoldina für die Entwicklung einer zentralen Datenplattform zur gezielten und koordinierten Testung aus. Dazu gehöre der „zielgerichtete Einsatz der PCR-Diagnostik, Entwicklung von Virus-Schnelltests und serologischer Untersuchungsmethoden für die individuelle Diagnostik“.

Nötig sei auch die Ausweitung der Testsysteme, „um unnötige, repetitive Quarantänemaßnahmen bei nichtinfektiösen bzw. immunen insbesondere systemrelevanten Personen zu vermeiden“. Schließlich sollten repräsentative Stichproben erhoben werden, die verlässliche Aussagen über die Mortalitätsrate und die Sensitivität der Testverfahren zuließen. Bei der Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen geht es laut Leopoldina vor allem darum, „die Forschung zu intensivieren, um molekulare Daten zum jeweiligen Virustyp, Krankheitsbild und der angepassten Therapie zu erfassen“.

Als weiteres Ziel gilt die „beschleunigte Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten sowie massive Förderung klinischer Studien zur Untersuchung der Wirksamkeit und Verträglichkeit mit ethischer Begleitung sowie enger Zusammenarbeit mit den Behörden“.

Nicht zuletzt sollten die Zulassungsverfahren beschleunigt werden, „bei gleichzeitigem qualitätsgesichertem Monitoring von Wirksamkeit und Nebenwirkungen“.

Die Wissenschaft formiert sich zum Kampf gegen einen unsichtbaren und unheimlichen Feind. Wie lange er dauern wird, ist offen. Doch es dominiert die Zuversicht, dass durch die Forschung das gefährliche Kronen­virus alsbald entthront wird.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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