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Fliegen in 24 Kilometer Höhe

■ Mit dem Stratosphärenflugzeug „Strato 2C“ will Burkhart Grob den wesentlich teureren Satelliten Konkurrenz machen

Am 31. März, Punkt 10.54 Uhr, hob das größte Kunststoffflugzeug der Welt mit der Spannweite eines Jumbo-Jets vom Werksflugplatz Mattsies bei Mindelheim zum Erstflug ab. Sollte „Strato 2C“ die gesteckten Ziele erreichen, dann wäre plötzlich dicke Konkurrenz für so manches Raumfahrtprogramm und damit für viel größere Unternehmen als die Firma Grob geschaffen. Das Flugzeug aus dem Allgäu soll in bis zu 24 Kilometer Höhe alle möglichen Messungen durchführen. Es soll mit einer Tankfüllung bis zu 18.100 Kilometer weit fliegen können – immerhin ein halbes Mal um die Erde. Kostspielige Klima- und Ozonmessungen müßten dann nicht mehr von teuren Satelliten aus durchgeführt werden.

Allein die Treibstoffeinsparung ist nach den Worten des „Strato- Vaters“ Burkhart Grob gigantisch. Die „Strato 2C“ könnte aber auch als Relaisstation eingesetzt werden, ebenso tauglich sei sie für die Vorhersage von Ernteerträgen und die Verbrechensbekämpfung. Ein Gebiet von etwa 1.000 Kilometern Durchmesser ließe sich überwachen – Autodiebe beispielsweise effektiv verfolgen.

Doch die „Strato 2C“ ruft nicht nur Begeisterung hervor. Denn das Höhenforschungsflugzeug wird erheblich teurer als geplant. Die Angaben schwanken von 20 bis zu 45 Millionen Mark. Daher zögert auch das Bundesforschungsministerium mit der Finanzierungszusage. Das liege an unerwarteten Posten, erklärt Burkhart Grob. Allein der Autopilot verursachte Mehrkosten von 15 Millionen Mark. Zunächst war man davon ausgegangen, ein herkömmliches Gerät dafür einzusetzen. Aber das funktioniert nicht in der unglaublichen Höhe von 24 Kilometern, in der „Strato 2C“ bis zu fünfzig Stunden und länger operieren soll. Der Autopilot mußte neu entwickelt werden. Ingenieur Grob verweist darauf, daß er selbst über 20 Millionen Mark beisteuert.

Den Vorwurf des Spiegels, das Forschungsflugzeug sei eine Tonne zu schwer, will er nicht gelten lassen. Der Spiegel behauptet, mit diesem Gewicht lasse sich das Flugzeug gar nicht auf die gewünschte Höhe bringen. Unberechtigte Zweifel seien das, antortet Grob, denn bei einem POC (Proof of Concept), einem Prototypen, würde nun mal noch mit anderen Materialien gebaut als später beim Serienflugzeug. „Dann haben wir keine Gewichtsprobleme mehr, das garantiere ich!“

Daß man in Bonn mit der Bereitstellung weiterer Gelder warten will, nimmt der Unternehmer gelassen hin. Er akzeptiere, daß man die Höhenerprobung erst abwarten wolle. Und die sei in den nächsten Wochen abgeschlossen.

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