: Finanzsenator gesucht
Daß das Verhältnis zwischen dem Bürgermeister und seinem Finanzsenator schlechter ist, als es eine Koalition in schwierigen Zeiten verträgt, ist bekannt. Bisher wurde aber, jedenfalls in der Öffentlichkeit der Anschein einer sachlichen Kooperation gewahrt. Nun hat Wedemeier das Tischtuch zerschnitten — mit einer Begründung, die kaum nachvollziehbar ist: Nichts von dem, was Wedemeier meint korrigieren zu müssen, hat der Finanzsenator anders gesagt.
Daß für 1994 in einer Größenordnung von 900 Millionen „Risiken“ offen sind, die nicht durch den Haushalt zu decken sind — nicht zuletzt wegen Klöckner — hat der Finanzsenator bei früheren Gelegenheiten genauso gesagt. Wer will bestreiten, daß die „Aufgabenkritik“ bisher wenig erbracht hat außer der Auflösung der Baumschutz-Abteilung? Und wenn Wedemeier verkündet, der Bremer Etat werde für 1994 nur um 3 Prozent steigen, dann stimmt das nur, wenn „Klöckner“ außerhalb des Haushaltes bleibt.
Krönings coole Reaktion („Aufregung überflüssig“) wird die SPD nicht die Frage ersparen, wie ihre Senats-Bank wieder koalitionsfähig wird. Sich einen Finanzsenator zu suchen, der die Wahrheit nicht sagt, wäre sicherlich der einfachste Weg. Klaus Wolschner
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