Feuer in Libanons Hauptstadt Beirut: Erneut Großbrand im Hafen
Fünf Wochen nach der Explosion von Beirut ist ein Lagerhaus für Öl und Autoreifen in Brand geraten. Auslöser könnte die Hitze gewesen sein.
afp | Ein Großbrand am Hafen der libanesischen Hauptstadt hat fünf Wochen nach der verheerenden Explosionskatastrophe von Beirut Panik ausgelöst. Dichte Rauchwolken standen am Donnerstag, 10. September, über dem Gebiet. Nach Armeeangaben war ein Lagerhaus für Öl und Autoreifen in Brand geraten. Die Armee sei mit Löschhubschraubern im Einsatz. Anwohner wurden aufgefordert, die umliegenden Viertel zu verlassen.
Augenzeugen veröffentlichten Videos von dem Flammen im Internet. „Wahnsinns-Feuer am Hafen versetzt ganz Beirut in Panik. Wir bekommen einfach keine Atempause“, schrieb die Forscherin Aya Majzoub von Human Rights Watch auf Twitter.
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Insane fire at the port, causing a panic all across #Beirut. We just can’t catch a break. pic.twitter.com/PtdHehPlz0
— Aya Majzoub (@Aya_Majzoub) September 10, 2020
„Wir können so viel Traumata einfach nicht vertragen“, schrieb ein weiterer Nutzer. Viele Bewohner der Stadt stehen noch unter dem Eindruck der Explosionskatastrophe Anfang August, die Teile Beiruts verwüstete.
Der Kriminologe Omar Nashabe twitterte: „Wo leben wir eigentlich? Dies war vor einem Monat Schauplatz eines Verbrechens! Wo ist die Justiz? Wo ist der Staat? Wo ist die Verantwortung?“
Brandursache unklar
Bei der Doppelexplosion im Hafen von Beirut waren am 4. August mehr als 190 Menschen getötet und mehr als 6.500 weitere verletzt worden. Die Explosion von bis zu 2.750 Tonnen ungesichert gelagertem Ammoniumnitrat richtete massive Zerstörungen in der libanesischen Hauptstadt an, rund 300.000 Menschen wurden obdachlos.
Die Katastrophe hatte wütende Proteste ausgelöst als herauskam, dass die Behörden von dem riesigen Lager an hochexplosivem Ammoniumnitrat wussten und nicht eingegriffen hatten. Die Regierung trat inzwischen zurück.
Die Ursache des Brandes am Donnerstag war zunächst unklar. Auslöser könnten die Hitze oder ein „Irrtum“ gewesen sein, sagte der Hafendirektor Bassem al-Kaissi. Das Feuer sei zunächst in einem Speiseöl-Lager ausgebrochen und habe dann auf gelagerte Autoreifen übergegriffen.
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