Fehlende Impfkontrollen am BER: Easy in den Jet

Nicht viel läuft rund am BER: Anders als in Portugal kommen Reisende auch ungeimpft an Bord. Dennoch ist nicht alles schlecht am neuen Flughafen.

Man sieht Warteschlangen

Starker Andrang am BER in den Herbstferien Foto: dpa

BERLIN taz | Ach, was haben sie sich alle wieder die Finger wund geschrieben, all die notorischen Berlinhasser und heimlichen Spießer, denen die heile, kleine Welt in Tübingen allemal lieber ist als das großartige und, zugegeben, manchmal auch etwas verpeilte Berlin. Der BER, kaum ein Jahr offen und schon verpatzt er die Generalprobe zu Beginn der Herbstferien, weil die Abfertigung nur äußerst schleppend verläuft.

Kann ja was werden, dachte der Autor dieser Zeilen, der nicht weiß, was er manchmal nerviger finden sollt: das verpeilte Berlin oder die, die nur darauf warten, dass mal wieder was schief läuft in der Hauptstadt.

Und dann das: Ein richtig toller Flughafen ist der BER geworden, weitläufig, viel Holz und Glas, sogar die Laufbänder funktionierten. Endlich etwas, das sich zeigen lassen kann im Vergleich zum Provinzflughäfchen in Tegel. Und das, obwohl erst eines von zwei Terminals in Betrieb ist.

Und das Chaos zum Abflug? Blieb aus. Vielleicht, weil kein Wochenende war; vielleicht auch, weil die Airlines und die Bodendienste nach dem Debakel zu Beginn der Herbstferien ein paar mehr Leute eingesetzt haben.

3U statt 3G

Kann aber auch sein, dass das Personal von Easyjet da abgezogen wurde, wo es auch wichtig gewesen wäre – bei der Kontrolle von 3G. Die fand zwar bei der Gepäckaufgabe statt, nicht aber beim Boarding. Beim Flug nach Faro wäre es ein Leichtes gewesen, als Ungeimpfter, Ungenesener und Ungetesteter an Bord zu gehen. Man hätte nur mit Handgepäck fliegen und zu Hause einchecken und seine Bordkarte drucken müssen. 3U statt 3G, BER olé.

Wie es besser geht, hat beim Rückflug dann der Flughafen in Faro vorgemacht. Wer beim Check-in seinen CovPass vorgezeigt hat, bekam einen Vermerk auf die Bordkarte: Docs okay.

Wer diesen Vermerk hatte, wurde beim Boarding durchgelassen; wer nicht, musste dort seinen CovPass zeigen. Fühlt sich sicherer an, wenn an Bord dann jemand mit schniefender Nase neben einem sitzt.

Wo ist die Locator Card?

Aber wer jetzt gleich wieder herziehen will über die Stadt, die niemals funktioniert, dem sei noch dies gesagt: Nicht nur Berlin ist manchmal verpeilt, auch die Berliner sind es. Jedenfalls haben wir vor dem Abflug noch nie was von einer „Passenger Locator Card“ gehört. Die aber hätten wir rechtzeitig vor dem Abflug ausfüllen müssen, hieß es beim Check-in. Derjenige, der uns abfertigte, machte uns unmissverständlich klar, dass wir ohne PLC nicht losfliegen dürfen.

Hinterher wussten wir, das das einer von diesen Berufsanfängern gewesen sein muss, die die privaten Bodendienste, die auch immer wieder neu ausgeschrieben werden, gerade erst eingestellt haben. Denn er beteuerte uns auch, dass wir statt zwei gebuchten Aufgabegepäckstücken vier aufgeben dürften. Ein kurzer Blick über seine Schulter durch einen Mitarbeiters rückte dann alles wieder gerade. Das mit den zwei Aufgabegepäckstücken stimmte natürlich, das mit dem vergeigten Urlaubsbeginn Gottseidank nicht. Denn die PLC lässt sich auch online vor Ort ausfüllen.

Klappt doch also mit dem BER. Im großen und ganzen zumindest. Blöd wäre es zwar gewesen, wenn ein Ungeimpfter beim Hinflug bei uns einen Impfdurchbruch verursacht hätte. Aber das hätten wir nach ein paar Tagen bestimmt gemerkt. Und der Rückflug war ja save.

Ach ja, auf das Gepäck am BER haben wir dann doch eine halbe Stunde gewartet.

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