piwik no script img

Faule Rechnungen

Messe Berlin zieht sich nach Vorwürfen vom Betrieb der Massenunterkunft in Tegel zurück

Die Messe Berlin zieht sich offenbar von ihren Tätigkeiten für die Flüchtlingsunterkunft Tegel zurück. Das berichtet der Tagesspiegel unter Berufung auf die Senatsverwaltung für Soziales. Vorausgegangen waren Vorwürfe gegen das landeseigene Unternehmen, sich selbst bereichert zu haben.

Im Auftrag des Landes Berlin verantwortete das Unternehmen in Tegel den Bau der Hallen, das Gebäudemanagement und die Vergabe der Sicherheitsdienstleistungen. Dabei sollen die Rechnungen für das Sicherheitspersonal nur mangelhaft überprüft worden sein, wie Recherchen jetzt zeigten. Der Senat hatte die Rechnungsprüfung an die Messe Berlin delegiert.

Hinzu kommt: Das Unternehmen bezog auf alle vertraglich vereinbarten Leistungen einen Aufschlag von 15 Prozent, dieses Jahr soll er auf neun Prozent gesenkt worden sein. Das heißt konkret, umso höher die Rechnung des von der Messe beauftragten Security-Dienstes ausfiel, umso mehr Geld strich die Messe für sich ein. Der Berliner Rechnungshof soll sich bereits eingeschaltet haben.

Ende des Jahres sollen die Hallen der umstrittenen Massenunterkunft verschwinden und einem neuen „Ankunftszentrum“ weichen. (rru)

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen