: Fallensteller im Museum
Er ist nicht nur „Fallensteller“, er ist auch Jäger und Sammler. Andreas Slominski, Bremer Kunstpreisträger dieses Jahres, hat jetzt den Bremerhavener Kunstverein in ein Postkarten-Museum verwandelt. Aber die Postkarten sind unter seinen Händen riesengroß geworden, wie aufgeblasen.Die Motive stammen fast ausnahmslos aus deutschen Kolonial- und Kaiserszeiten. Es lächeln schwarze Kinder, bepackt mit Bananenstauden, in die Kamera, es waschen norddeutsche Trachtenmädchen Wäsche, weiße Frauen sitzen vor ihren Spinnrädern. Eine schreckliche Heimeligkeit spricht aus diesen riesenhaften Genreszenen. Nostalgie will sich nicht einstellen. Denn in die Folge von Folklorebildern reihen sich auch Motive mit Kanonen und uniformierten Kind-Soldaten, die die trügerische Idylle zum Platzen bringen. Slominskis Ausstellung (Titel: „Links“) läuft bis 9.10. im Kunstvereien Bremerhaven. hh
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