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Falken und Tauben

■ Eine Geschichte von Müttern, die immer recht behalten wollen

Die Taube, der Haß und das dreckige Landleben. Was wohnen doch für Vorurteile in unseren ach so sauberen Stadtwohnungen mit ihrer Meister-Propper-Sterilität. Mutter haßt, was Oma liebt, und Hannes wird Zeuge eines Verbrechens.

Oma hat zwar einen Vogel, aber das ist nicht lustig, denn der Vogel ist echt. Wenn es nun wenigstens ein Wellensittich wäre. Aber nein, es muß eine graue, zahme Taube sein. Sie ist alles, was ihr von Opas Tieren nach seinem Tod noch übriggeblieben ist.

„Die sieht aus wie diese ekelhaften Berliner Tauben“, findet Hannes' Mutter, „die gehört nicht in die Küche.“ Sie kommen aus Berlin, um die Weihnachtsfeiertage bei der Oma in einem kleinen Dorf irgendwo in Mecklenburg zu verbringen.

Hannes kennt Oma aus den letzten Ferien. Doch Mama ist zum ersten Mal im Dorf, und gleich muß sie anfangen zu befehlen: „Die Taube muß weg, und die Oma muß raus aus der dreckigen Kate ins saubere Berlin.“ Doch Oma sträubt sich gegen so viel klinische Sauberkeit. Man verpflanzt keinen Baum mehr im Alter. Und die Taube wollte sicher auch nicht mit in die Stadt.

Aber plötzlich sieht Hannes seine Mutter mit der toten Taube zum Müllcontainer gehen. Wie kann nur jemand so gemein sein. Er spürt Haß auf seine Mutter, die immer glaubt zu wissen, was richtig ist, die immmer der Kapitän sein will. Dabei ist Papa der echte Kapitän. Doch was für Oma wirklich gut ist, davon hat sie keine Ahnung.

Ein einfühlsames, melancholisches Buch, das einmal mehr zeigt, daß sich Kinder und Großeltern gefühlsmäßig näher sein können als Eltern und Kinder. Gabi Trinkaus

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