: Fakten
■ betr.: „Nachdenken über Martin K.“, taz vom 6.6.94
Wenigstens die Fakten sollten stimmen:
1. Der „Ruhrpott-Künstler“ hat das Ruhrgebiet Anfang der siebziger Jahre verlassen und seitdem unter anderem in Hamburg, Berlin, St. Georgen, Florenz, Köln und Los Angeles gewohnt – nur nicht im Ruhrgebiet.
2. Das Sammlerpaar aus dem Schwarzwald kann sich nicht in der Mitte aufgebaut haben, da die männliche Hälfte des Paares seit vielen Jahren tot ist. Es gibt eine Sammlerfamilie, bestehend aus der Mutter, Anna Grässlin, und ihren vier Kindern.
3. Der „Dortmunder Maler“ Kippenberger hat die Stadt Dortmund im zarten Kindergartenalter von vier Jahren verlassen.
4. Auch Jan Hoet fand Kippenberger nicht so zynisch, daß er ihn nicht eins der offiziellen Plakate der letzten documenta hätte gestalten lassen.
[...] Die letzte große Museums- Einzelausstellung von Kippenberger wurde Ende Februar im Rotterdamer Boymanns-van-Beuningen-Museum eröffnet. Wenn Kippenberger der schwulen-, frauen- und fremdenfeindliche Künstler wäre, als den Harald Fricke ihn portraitiert, hätte ein so renommiertes niederländisches Museum moderner Kunst ihm mit Sicherheit keine so große Ausstellung gewidmet – die Sensibilität, was solche Themen in Zusammenhang mit einem deutschen Künstler angeht, ist in der von Deutschen zerstörten Stadt recht ausgeprägt. Vielleicht hat Herr Fricke da doch was gründlich mißverstanden. Susanne Kippenberger, Berlin
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen