Facebook sperrt dutzende Konten: Gegen Hass und Desinformation

Die soziale Plattform verwehrt Hassgruppen erneut den Zugriff auf ihre Konten. Sie sollen in Verbindung mit Jair Bolsonaro und Donald Trump stehen.

Nun geht auch Facebook gegen Hassrede und Falschinformationen vor Foto: picture alliance/Christophe Gateau/dpa

BERLIN ap | Facebook hat nach eigener Angabe Dutzende Konten mit Verbindungen zu einer rechtsextremen Hassgruppe und dem langjährigen Trump-Vertrauten Roger Stone entfernt. Auch Stones eigene Profile bei Facebook und Instagram wurden gelöscht, wie Nathaniel Gleicher, Chef für Cybersicherheit bei der Online-Plattform, am Mittwoch mitteilte.

Insgesamt seien 50 persönlichen und geschäftliche Seiten gelöscht worden, die mit Stone in Verbindungen standen, hieß es. Stone und seine Partner hätten gefälschte Konten und Follower genutzt, um Stones Bücher und Beiträge anzupreisen.

Bei der betroffenen rechten Gruppe handelt es sich um sogenannte Proud Boys. Von Facebook war sie bereits 2018 mit einer Sperre belegt worden. Doch hatten Unterstützer der Organisation versucht, die Maßnahme mit der Erstellung neuer Seiten oder Konten zu umgehen. Es ist schon das dritte Mal binnen weniger Monate, dass Facebook die Löschung von Inhalten mit Bezug zu Proud Boys bekanntgab.

Ein Netzwerk, das sowohl mit der Hassgruppe als auch mit Stone in Verbindung stand, habe über Facebook-Konten Posts über Lokalpolitik in Florida abgesetzt, hieß es weiter. Aktiv seien die Accounts vor allem zwischen 2015 und 2017 gewesen.

Facebook unter Druck

Ebenfalls betroffen von den Sperrungen sind Konten mit Bezug zu Mitarbeitern von Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro. Grund seien die Verbreitung von Falschinformationen, die Nutzung falscher Identitäten sowie andere Verstöße gegen Facebook-Regeln, hieß es.

Facebook teilte am Mittwoch mit, ein Desinformationsnetzwerk von brasilianischen Konten gesperrt zu haben, die spalterische politische Botschaften verbreitet hätten. Sie werden Personen zugeordnet, die für Bolsonaro sowie dessen Söhne Eduardo und Flavio gearbeitet haben sollen. Es gehe um mehr als 80 Konten auf Facebook und dem konzerneigenen Videodienst Instagram.

Facebook steht schon länger unter öffentlichem Druck. Anders als sein Konkurrent Twitter, der damit begonnen hatte Tweets des US-Präsidenten Trump redaktionell zu bearbeiten, ging Facebook nicht gegen Trump-Äußerungen vor. Dagegen protestierten später Mitarbeiter:innen des Internetkonzerns.

Noch im Juni hatte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg die Vorgehensweise des Unternehmens auf einer Unternehmensversammlung verteidigt. Damals sagte er, es sei eine „schwere Entscheidung“. Posts würden auch weiterhin nicht von Facebook moderiert werden. Mehrere Mitarbeiter hatten daraufhin aus Protest bei Facebook gekündigt.

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