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FAO und UNICEF kritisieren Embargo

■ Irak: Trotz drohender Hungersnot weiter UN-Sanktionen?

New York/Washington (AP/ dpa/AFP) – Die Versorgung der Iraker verschlechtert sich infolge des UN-Embargos dramatisch. Besonders Kinder litten immer mehr unter Mangelerscheinungen, sagte der Beauftragte des UNO- Kinderhilfswerkes in Bagdad, der Schwede Thomas Ekvall, vorgestern in Bonn, aber auch viele Erwachsene seien unterernährt. Die Baby-Sterblichkeit habe sich seit Ende des Golfkrieges verdreifacht, jeder sechste Säugling komme mit einem Gewicht von unter 2,5 Kilogramm zur Welt. Infektionserkrankungen wie Kinderlähmung und Masern hätten alarmierend zugenommen. Die vom Embargo ausgenommene Lieferung von Nahrungsmitteln und Medikamenten leide oft unter administrativen und bürokratischen Verzögerungen.

Bereits letzte Woche hatte die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) erklärt, die Sanktionen hätten das Land an den Rand einer „schweren menschlichen Tragödie“ gebracht. Eine Versorgungskatastrophe bahne sich an.

Ekvall versucht zur Zeit, ein neues 86-Millionen-Dollar- Hilfsprogramm der UNICEF auf die Beine zu stellen. Enttäuscht zeigte er sich über die mangelnde Spendenbereitschaft. Das neue Hilfsprogramm sei erst zu 7,6 Prozent durch Spendenzusagen von Regierungen und Organisationen gedeckt. Die BRD sei in den letzten 24 Monaten mit fast 13 Millionen Dollar (13 Prozent aller Zusagen) der größte Spender gewesen.

Trotz aller Warnungen hatte US-Präsident Bill Clinton die Verlängerung des gegen den Irak verhängten US-Embargos bereits beschlossen, noch bevor der UN-Sicherheitsrat gestern abend seine Beratungen über eine Fortsetzung des Embargos aufnahm. Beobachter gingen davon aus, daß die Sanktionen, über die alle zwei Monate neu befunden werden muß, aufrechterhalten bleiben.

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