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Exxon muß Fischern Schadenersatz zahlen

■ Die Kläger hatten dreimal soviel gefordert

Anchorage/Berlin (dpa/taz) – Der amerikanische Ölkonzern Exxon muß an rund 10.000 Fischer insgesamt 286,8 Millionen Dollar (450 Millionen Mark) Entschädigungen zahlen, das sind 28.000 Dollar pro Fischer. Dies entschied vorgestern ein US- Bundesgericht in Anchorage. Die zwölf Geschworenen blieben damit unter den Forderungen der Fischer, die 895 Millionen Dollar verlangt hatten.

Die bei dem „Exxon Valdez“-Unglück 1989 vor Alaska ausgelaufenen 40 Millionen Liter Rohöl hatten vor allem die Lachsbestände in den Küstengewässern dramatisch schrumpfen lassen. Exxon hatte den Schaden auf nur 113 Millionen Dollar beziffert. Der Ölkonzern zeigte sich aber mit dem Urteil zufrieden. Kein Wunder: Die 287 Millionen Dollar, die Exxon jetzt zahlen muß, sind ein Klacks für den Konzern, der seinen Gewinn für 1993 mit 5,3 Milliarden Dollar angibt.

Die Geschworenen müssen nun noch über sogenannte Strafentschädigungen – eine Besonderheit des amerikanischen Rechts – entscheiden, die Exxon allerdings teuer zu stehen kommen könnten: 15 Milliarden Dollar fordern die Geschädigten. Der Weg für die Entschädigung der Fischer war frei geworden, als das Gericht im Juni entschied, Exxon habe fahrlässig gehandelt und sei deshalb zivilrechtlich haftbar. Der Konzern habe dem Kapitän das Ruder anvertraut, obwohl dessen Alkoholprobleme bekannt gewesen seien. Im Juli hatte sich Exxon in einem außergerichtlichen Vergleich bereit erklärt, an 3.500 Indianer 20 Millionen Dollar zu zahlen. Die Indianer hatten zusammen mit den anderen Fischern geklagt. lieb

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