Ex-Spion nach 30 Jahren US-Haft: Jonathan Pollard in Israel gelandet

Nach Jahrzehnten in einem US-Gefängnis kehrt Pollard nach Israel zurück. Ministerpräsident Netanjahu hat ihm seinen Personalausweis überreicht.

Jonathan Pollard hat graue Haare, trägt Brille, Kippa und Anzug

Jonathan Pollard verbrachte 30 Jahre in US-Gefangenschaft Foto: Eduardo Munoz/reuters

JERUSALEM afp | Der wegen Spionage für Israel jahrzehntelang in den USA inhaftierte Jonathan Pollard ist am Mittwoch in Israel eingetroffen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nahm Pollard und seine Frau Esther auf dem Flughafen in Empfang, wie ein von Netanjahus Büro veröffentlichtes Video zeigte. Pollard hatte in den USA 30 Jahre im Gefängnis gesessen, im November waren eine nach seiner Haftentlassung 2015 verhängte Ausreisesperre und weitere Auflagen ausgelaufen.

„Sie sind zuhause“, sagte Israels Regierungschef Netanjahu zu dem 66 Jahre alten Pollard, der nach dem Verlassen des Flugzeugs die Atemschutzmaske abnahm und zusammen mit seiner Frau israelischen Boden küsste. Von Netanjahu erhielt Pollard seinen israelischen Personalausweis.

Der einstige Analyst beim Geheimdienst der US-Kriegsmarine war 1985 festgenommen worden, weil er den israelischen Geheimdiensten tausende geheime US-Dokumente zugespielt hatte. Dafür hatte Pollard umgerechnet zehntausende Euro von Israel erhalten. Der Fall sorgte für erhebliche Verstimmungen im Verhältnis der verbündeten Staaten und brachte die israelische Regierung in große Verlegenheit.

Der aus einer jüdischen Familie in Texas stammende Pollard wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. 2015 kam er nach 30 Jahren Haft unter strikten Auflagen aus dem Gefängnis frei und wurde unter anderem mit einer fünfjährigen Ausreisesperre belegt. Seine Anwälte bezeichneten die Beschränkungen als „unüberwindbare Hindernisse“ für ihren Mandanten, sich einen Lebensunterhalt zu verdienen.

Die israelische Regierung hatte sich in der Vergangenheit mehrfach dafür eingesetzt, dass Pollard ausreisen darf. In Israel gilt der ehemalige Spion als Held, 1995 erhielt er die israelische Staatsbürgerschaft.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de