■ Erstes Blauhelmkontingent in Angola: Mehr Befugnisse als UN-Truppen in Bosnien
Luanda (AP) – In Angola ist am Mittwoch ein erstes Blauhelmkontingent eingetroffen, um den noch immer brüchigen Frieden in dem südwestafrikanischen Staat zu sichern. Die 380 Infanteristen stammen aus Uruguay. Die Regierung in Luanda und die Rebellenorganisation Unita hatten im November einen Friedensvertrag unterzeichnet; seither kam es jedoch immer wieder zu Scharmützeln.
Wegen der instabilen Lage in Angola hatten die Vereinten Nationen die Entsendung von 7.460 Friedenssoldaten um vier Monate verschoben, um die Blauhelme nicht ähnlichen Gefahren und Demütigungen wie auf dem Balkan auszusetzen. UN-Generalsekretär Butros Butros Ghali machte für die Entsendung der Blauhelme das Ende der Kämpfe sowie ein Treffen zwischen Präsident Jose Eduardo dos Santos und Rebellenchef Jonas Savimbi zur Bedingung, das im April zustande kam.
Die Friedenssoldaten aus Uruguay sollen zwischen dem Unita- Hauptquartier in Bailundo und zwei etwa zehn Kilometer entfernt stationierten Elitebataillons der Regierungssoldaten Stellung beziehen. Dies bedeutet die Sicherung eines verminten und von Banditen heimgesuchten Korridors zwischen dem etwa 530 Kilometer südöstlich Luandas gelegenen Bailundo und der Küste. In den kommenden beiden Monaten sollen Bataillone aus Indien, Simbabwe, Brasilien und Rumänien folgen. Der Kommandeur der UN-Mission, Bento Soares, erklärte, wegen der schlechten Erfahrungen in Bosnien dürften die Blauhelme in Angola nicht nur in Selbstverteidigung schießen, sondern auch, wenn sie „Zeugen lebensbedrohender Aggressionen“ würden.
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