: Erste Ermittlungserfolge nach Anschlägen
■ Bundesregierung befürchtet Attentate auf jüdische Einrichtungen in Deutschland
Buenos Aires/Jerusalem (AFP) Nach den Anschlägen auf jüdische Einrichtungen in Buenos Aires und London haben die Ermittler offenbar erste Fahndungserfolge erzielt. Die argentinischen Behörden kennen nach Angaben von Innenminister Carlos Ruckauf die Namen einiger Täter, die den Anschlag auf das jüdische Zentrum planten, bei dem mindestens 95 Menschen getötet wurden. Wie Ruckauf am Donnerstag sagte, wurde auch der Käufer des Autos festgenommen, in dem die Bombe versteckt war.
Die argentinischen Ermittler hätten außerdem herausgefunden, wie die Täter flohen und wer die Tat gedeckt habe, so der Innenminister. Nach Angaben des Polizeichefs von Buenos Aires, Adrian Pelacchi, wird gegen drei Argentinier ermittelt. Unter ihnen sei ein Argentinier arabischer Herkunft, der am Donnerstag auf dem Flughafen Ezeiza festgenommen wurde. Er soll den Wagen gekauft haben, der mit dem Sprengstoff vor dem jüdischen Zentrum abgestellt wurde. Zuvor waren bereits eine Iranerin und ein Iraner festgenommen worden. Die Iranerin wurde jedoch wieder freigelassen.
Israels Polizeiminister Mosche Schahal betonte am Freitag, die Urheber der Attentate würden „mit allen Mitteln“ bekämpft. Israel verfügt nach Worten des Außenministers Schimon Peres über „indirekte Beweise“, daß die proiranische Hisbollah-Miliz für die Anschläge verantwortlich ist. Peres sagte in einem Interview, der Iran stehe „im Zentrum all dieser Terrorakte“. US-Außenminister Warren Christopher rief die Verbündeten der USA auf, den Iran wirtschaftlich zu isolieren.
Die Bundesregierung in Bonn befürchtet, daß Gegner des Friedensprozesses im Nahen Osten auch in Deutschland Anschläge verüben könnten. „Ich habe Hinweise, daß wir gefährdet sind“, sagte der Geheimdienst-Koordinator der Regierung, Bernd Schmidbauer (CDU), am Donnerstag in Bonn. Der Staatsminister im Kanzleramt dementierte zugleich Berichte, Vertreter des Iran hätten ihm zugesichert, die Bundesrepublik werde von Anschlägen verschont bleiben.
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