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Ersatzkasse: »Wer gut ist, geht nach Paris«

War Hamburg einmal eine bedeutende Modestadt? Wir müssen es annehmen, denn die Braunschweiger Ersatzkrankenkasse, eine spezielle Krankenkasse für das Bekleidungshandwerk, meldete gestern besorgt, daß immer mehr Bekleidungsbetriebe schließen. In den vergangenen Jahren sei ihre Zahl von 120 auf 45 gesunken, so die Ersatzkasse, die in Hamburg knapp 3000 Versicherte vertritt. „Von Hamburg gehen keine wesentlichen Modeimpulse mehr aus; wer gut ist, geht nach Paris“, hieß es. Schwarzmalerei? „Das ist eine unsinnige Aussage“, sagte der Sprecher der Handwerkskammer Horst Storjohann. Die Kammer verzeichne knapp 140 Damen- und Herrenschneider, die Zahlen der Kasse seien nicht nachvollziehbar. Zwar sinken im Handwerk die Betriebszahlen, doch sei die Zahl der Beschäftigten konstant — ein Zeichen für Konzentration. Auch die Bekleidungs-Innung sieht die Entwicklung der „Modestadt“ Hamburg „nicht so kritisch“. Die Nachfrage nach dem Beruf sei nach wie vor sehr groß. „Die Aussagen der Ersatzkasse sind ein bißchen sehr gewagt“, sagte eine Sprecherin der Innung. dpa/taz

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