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Erpreßbare und Erpresser

Günther Anders zu seinem Austritt aus der „Akademie der Künste“  ■  D O K U M E N T A T I O N

Sehr geehrter Herr Klebe,

Erpreßbare verdienen genauso wenig Achtung wie Erpresser. Ich spreche von der Morderpressung Salman Rushdies durch den Ayatollah Khomeini und über die Verweigerung der Protestversammlung in der Akademie. Wer Erpressern nachgibt, selbst wer das aus Verantwortungsgefühl tut, also um keine Teilnehmer zu gefährden beziehungsweise um angeblich Gefährdete, die meines Erachtens durch Polizei schützbar wären, zu schützen, der verspielt dadurch nicht nur die Glaubwürdigkeit seiner Position, der ermutigt dadurch auch den Erpresser, und zwar dazu, die Zahl derer, die er erfolgreich erpressen könnte, noch zu steigern, und macht sich dadurch (wie ungewollt, wie verzweifelt auch immer) zum Spießgesellen des Erpressers.

Da ich einer Institution, deren Präsident und Senat sich als erpreßbar erwiesen haben, nicht angehören kann, muß ich Sie leider darum bitten, wie es vor mir ja schon Günter Grass getan hat, mich aus der Mitgliederliste der Akademie zu streichen.

Voll Bedauern Günther Anders

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